die Blende ist einer von drei Faktoren, welche die Belichtung bestimmen.
Die Blende zu verstehen bedeutet also gleichmäßig belichtete Fotos viel einfacher aufnehmen zu können. Es gibt aber auch negative und kreative Effekte der verschiedenen blenden. Dieser Artikel erklärt dir, wie Du sie zu deinem Vorteil einsetzen kannst.

Lektion 1 – Was ist eine Blende?

Ein guter Vergleich mit einer Blende stellt die Kontrolle über die menschliche Pupille da. Wir weiter sie wird, desto mehr Licht scheint durch.

Zusammen mit der Belichtungszeit und der ISO entsteht eine Belichtung. Durch eine Änderung der Blende kannst du je nach Situation, bestimmen ob mehr oder weniger Licht auf den Sensor treffen soll.

Die kreative Verwendung verschiedener Blenden und ihre Auswirkungen werden weiter unten erklärt. Im Bezug auf das Licht und die Belichtung kann man festhalten, das durch weitere Blenden mehr Licht scheint und durch geschlossenere Blenden weniger Licht scheint.

Die Blende wird mit der „f-Skala“ gemessen. Auf deiner Kamera siehst du „f/„ gefolgt von einer Nummer.
Die Nummer bezeichnet wie weit die Blende geöffnet ist. Das hat Einfluss auf die Belichtung und Tiefenschärfe. Je kleiner die Nummer, desto größer ist die Blende geöffnet.

Am wichtigsten ist es dabei zu verstehen, dass jede kleinere Zahl die Blende um 50% verkleinert. Es scheint also jedes Mal nur noch die Hälfte an Licht durch das Objektiv.

Lektion 2 – Wie beeinflusst die Blende die Belichtung?

Eine Änderung der Blende hat eine Änderung der Belichtung zur Folge. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto besser wird das Bild belichtet. Um es anschaulich zu machen demonstriere ich unter gleichbleibenden Bedingungen mit der Bilderserie unten wie sich die Belichtung bei einer Änderungen der Blende verhält.

Alle Bilder unten wurden mit ISO 800 und der Belichtungszeit 1/160 aufgenommen.

blende-f18-m-modus
Blende f/1.8
blende-f22-m-modus
Blende f/2.2
blende-f28-m-modus
Blende f/2.8
blende-f35-m-modus
Blende f/3.5
blende-f45-m-modus
Blende f/4.5
blende-f56-m-modus
Blende f/5.6
blende-f71-m-modus
Blende f/7.1
blende-f9-m-modus
Blende f/9

Die Haupteffekt der Blende ist die Tiefenschärfe und weniger die Belichtung.

Lektion 3 – Wie beeinflusst die Blende die Tiefenschärfe?

Tiefenschärfe kann ein großes Thema sein und wird auf meinem Blog in der Zukunft einen eigenen Artikel bekommen. In diesem Artikel fasse ich jedenfalls erst einmal zusammen, dass die Tiefenschärfe bestimmt was im Fokus ist. Alles davor sowie dahinter in einem bestimmten Abstand wird unscharf dargestellt.

Alles was du darüber erstmal wissen musst ist folgendes: Wenn die Blende weit geöffnet ist (f/1.8) ist der Hintergrund butterweich unscharf und wenn die Blende fast geschlossen ist (f/22) hat man den Hintergrund sehr gut erkennbar auf dem Bild.

Hier ist ein Bild, welches ich mit der Blende f/1.8 aufgenommen habe. Im Fokus steht der scharfe Stuhl. Alles davor sowie dahinter ist unscharf.

tiefenschaerfe-bokeh

Die folgenden Bilder habe ich im Blende Priorität Modus (A) aufgenommen, sodass die Belichtung konstant bleibt wenn ich die Blende verstelle.

Achten Sie auf die Unschärfe im Hintergrund und wie sie mit immer kleinerer Blendenöffnung alles scharf werden lässt.

blende-f18-a-modus
Blende f/1.8 im A-Modus
blende-f35-a-modus
Blende f/3.5 im A-Modus
blende-f56-a-modus
Blende f/5.6 im A-Modus
blende-f71-a-modus
Blende f/7.1 im A-Modus
blende-f9-a-modus
Blende f/9 im A-Modus
blende-f11-a-modus
Blende f/11 im A-Modus
blende-f14-a-modus
Blende f/14 im A-Modus
blende-f16-a-modus
Blende f/16 im A-Modus

Lektion 4 – Wofür wird welche Blende verwendet?

Zuerst möchte ich anmerken, dass es keine Regeln für die Verwendung der „richtigen“ Blende gibt. Es kommt darauf an wie das Bild hinterher aussehen soll. Soll es eher künstlerisch oder doch lieber klassisch werden?

Um ein besseres Verständnis zu bekommen findest Du unten die klassischen Verwendungen der Blende für verschiedene Situationen.

  • f/1.4: Großartig bei wenig Licht. Doch pass bloß auf, denn die Tiefenschärfe kann bei beweglichen oder naheliegenden Objekten das Bild nicht ausreichend scharf aussehen lassen.
f/2: Auch gut für Situationen mit wenig Licht geeignet. Außerdem sind Objektive mit so einer Blende oft sehr viel günstiger zu bekommen.
  • f/2.8: Immer noch gut in Situationen mit wenig Licht. Außerdem sehr gut für Porträts mit unscharfem Hintergrund geeignet. Gute Zoom-Objektive haben eine maximale Blendenöffnung von f/2.8.
  • f/4: Die meisten Kameras haben einen sehr temperamentvollen Autofokus. Solltest du bei wenig Licht einen Menschen fotografieren wollen, solltest du minimum eine Blende von f/4 verwenden. Ansonsten kann das Bild schnell unscharf werden.
  • f/5.6: Gut für Bilder auf denen sich zwei Personen befinden. Leider nicht sehr gut in Situationen mit schlechten Lichtbedingungen.
  • f/8: Gut für größere Gruppen geeignet. Damit geht man sicher, dass alle Personen scharf sind.
  • f/11: Bei dieser Blende wird das Bild mit den meisten Objektiven am schärfsten. Grpßarti für Portraits.
  • f/16: In der prallen Sonne zu fotografieren kann eine Herausforderung sein. Mit der Blende 16 ist es jedoch gut möglich.
  • f/22: Diese Blende verwenden man bestenfalls für Landschaften, wenn auch der Vordergrund schön scharf seins soll.

Wir vorher bereits gesagt, sind das hier keine Regeln. Jetzt, da du aber genau verstehst wie eine deine Blende die Belichtung deines Fotos verändert, kannst du selbst experimentieren und Spaß haben!