Es gibt sehr viele Fotohintergründe, doch nur die wenigsten sind außerordentlich gut. Für gewöhnlich bestehen die meisten Fotohintergründe aus dickem Papier, beziehungsweise Pappe. Dabei sind die gängigsten Farben weiß, schwarz, grau und grün bei einer Länge von etwas weniger als drei Metern.

Doch wo findet man einen besonders hochwertigen Fotohintergrund? Einen Fotohintergrund wie man ihn auf Bildern in der Vogue oder Vanity Fair kennt. Einen Fotohintergrund der aus der Masse heraussticht!

Diese Frage hatte mich Ende 2017 lange beschäftigt und so habe ich mich auf die Suche begeben. 
Gefunden habe ich diverse Hersteller, beziehungsweise Künstler die sich auf die Herstellung handgemalter Stoff Hintergründe für Foto & Film spezialisiert haben. Weil diese Unternehmen jedoch eher von dem Verleih dieser Fotohintergründe leben und weniger von dem Verkauf, sind die Preise für solch einen Fotohintergrund im mittleren, vierstelligen Bereich angesiedelt.



Hochwertige, handgemalte Fotohintergründe

Folgende Hersteller sind bekannt dafür herausragende Fotohintergründe zu malen:

Weil sich eine Investition im vierstelligen Bereich derzeit nicht für mich lohnt, habe ich mir kurzerhand vorgenommen selbst so einen Fotohintergrund aus Stoff herzustellen. 

In diesem Artikel findest Du meine Anleitung mit einer Reportage darüber wie ich selbst so einen Fotohintergrund hergestellt habe. Wobei ich vorab sagen muss, dass es der erste meiner Fotohintergründe war, die ich selbst gemalt habe und das komplette Unterfangen ein Experiment war. Das Ergebnis ist jedoch so gut geworden, dass ich in Zukunft noch mehr solcher Fotohintergründe selber malen werden.

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Das finale Ergebnis. Der handgemalte Fotohintergrund mit 3 Schichten und Vignette aus der Nahaufnahme.

Das finale Resultat ist sogar so gut geworden, dass ich mich dazu entschlossen habe dieses Tutorial zu veröffentlichen. Viel Spaß also beim lesen und nachmachen. Falls Du zu faul zum Lesen bist, scroll nach unten. Dort findest Du mein Tutorial Video.

Fotohintergrund selbst herstellen

Um einen hochwertigen Foto Hintergrund selbst herstellen zu können, benötigt man Materialen zur Herstellung, wie eine Fotohintergrund Rolle als Trägerstoff, Werkzeuge zur Verarbeitung und Platz für die Durchführung. Darüberhinaus sollte man über grundlegendes, handwerkliches Geschickt, Sorgfalt sowie Geduld verfügen. Doch kommen wir nun zu den Listen die Dich am meisten Interessieren!

Material für Fotohintergrund

Räumliche Anforderungen

Zusätzlich benötigt man einen Ort an dem man den Fotohintergrund selber machen kann. Das kann eine Garage sein, eine alte Lagerhalle mit Fenstern, eine Werkstatt oder sogar im Garten vor dem Haus. Solange der Herstellungsort folgende Kriterien erfüllt, ist er geeignet.

  • Platz (am besten 2 Meter um den Bühnenmolton herum)
  • Temperatur über 0 Grad Celsius
  • Belüftung
  • Zugänglichkeit
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Der Fotohintergrund Stoff (Bühnenmolton) ausgelegt und bereit für die Grundierung.

Man kann nun bereits vergleichen ob sich ein DIY Fotohintergrund für einen selbst preislich lohnt und hat einen direkten Vergleich zum Kauf oder dem Verleih bei einem der Beiden renommierten Ateliers oben.

Fotohintergrund DIY

Schritt 1 – Vorbereitung Fotohintergrund selber machen

Als erstes müssen wir einen geeigneten Ort / Raum für unser Unterfangen finden. Es sollte über ausreichend Fenster oder Türen zum Lüften verfügen und genug Platz zum Arbeiten bieten. Im Optimalfall kann man um das Bühnenmolton herumlaufen, wenn er auf dem Boden liegt. So können Fußabdrücke auf dem Fotohintergrund vermieden werden.

Sobald ein Ort für die Herstellung vom Fotohintergrund gefunden wurde, empfiehlt es sich Ordnung zu schaffen und einmal den Boden zu säubern. Fegen und Wischen genügt.

Anschließend kann damit begonnen werden das Atelier für die kommende Arbeit vorzubereiten.

 Um eine sichere und motivierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sollte das Projekt so professionell wie möglich angegangen werden. Auch, wenn es nur ein Experiment oder Hobby ist. In einer professionellen Arbeitsumgebung arbeitet es sich besser und die Ergebnisse werden tendenziell besser.

Deswegen findet jetzt die Malerplane Verwendung. Sie dient als Unterlage für den Bühnenmolton und als Schutz für den Boden. Denn bei der Fotohintergrund Herstellung kann es schnell nass werden. Um einen schaden am Boden zu vermeiden, sollte die Malerplane verlegt werden und an den Seiten mindestens einen Meter über den Bühnenmolton hinausragen (Nicht so wie in meinem Experiment!).

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Die Fläche um den Fotohintergrund zu malen ausgelegt mit einer Plastikfolie.

Wichtig ist auch, die Malerplane an den Seiten zu fixieren. Das kann man machen indem man etwas Schweres auf die Ecken der Plane stellt oder das Kreppband aus dem Malerset verwendet. Darüberhinaus empfehle ich ein Malervlies als Schmutzschleuse zu auszulegen. So kann man seine schmutzigen Schuhe abwischen oder notfalls in einer geschützten Zone ausziehen, wenn man die „Baustelle“ verlässt.


Schritt 2 – Fotohintergund Grundierung

Sobald das Atelier vorbereitet ist und die Baustelle in Betrieb genommen werden kann, ist es Zeit den Bühnenmolton auszulegen. Dabei ist es unnötig ihn vorher zu bügeln (Ich empfehle es trotzdem!). Durch das viele Malen und die Verdünnung der Farben mit Wasser, glättet er sich später (in Schritt 3) zum Großteil von allein.

Wenn der Bühnenmolton liegt, kann mit dem ersten Anstrich begonnen werden. Dieser sollte bestenfalls mit einer Grundierung begonnen werden, damit man an Farbe spart und die Arbeit leichter von Hand geht. 

Die Grundierung sorgt dafür, dass eine Grundlegende Schicht in den Stoff wandert und ein extrem unnötiges Aufsaugen der Farbe vermindert. Darüber hinaus sorgt die Grundierung für ein leichteres Arbeiten, da sich die Farbe besser verteilen lässt und anschließend intensiver zum Vorschein kommt.

Beim Arbeiten mit der Grundierung reichten mir für meinen Fotohintergrund mit 2 x 3 Metern eine 1 Liter Flasche Grundierung. Ich habe den Liter mit 3 Liter Wasser vermischt und es hat perfekt gereicht. Für Kleinere Fotohintergründe würde also auch weniger Grundierung ausreichen. Wenn Du deinen Fotohintergrund allerdings von beiden Seiten malen möchtest, benötigst du mehr Grundierung. Du kannst die doppelte Menge verwenden und mit weniger Wasser vermischen. Die paar Euro extra lohnen sich.

Ich würde alles an von der Grundierung verwenden und eine solide Grundlage schaffen. Wenn man jedoch für mehrere Fotohintergrund plant, oder im besten Fall noch die Rückseite des Fotohintergrund bemalen möchte, sollte man es, wie bereits geschrieben, im Voraus berechnen.

Die Grundierung kann man in einem Eimer mit Wasser vermischen. Dafür verwendet man bestenfalls den Pinsel aus dem Malerset. Alternativ geht auch ein Bambusstock, Baseballschläger oder eine Krücke. Je nachdem auf welcher Seite man steht.

 Auftragen kann man die Grundierung flächig mit seiner Farbrolle. Ich empfehle alles gleichmäßig aufzutragen und auch an die Ecken zu denken.

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Der Fotohintergrund mit erster Schicht noch feucht durch die Acrylfarbe und bereit zum trocken.

Wenn man diesen Schritt abgeschlossen hat und die komplette Grundierung aufgetragen ist, muss man warten. Je nachdem wie warm, kalt, luftig oder windstill es ist, verringert oder verlängert sich die Trocknungszeit. Bei mir waren es etwa 8 – 10 Stunden. Ich habe es einfach über Nacht aufgegangen. Dann ging es gut.

Schritt 3 – Fotohintergrund Malen

Der Letzte Schritt sollte mehrmals wiederholt werden, wenn man ein gutes Ergebnis haben möchte. Ich habe beispielsweise 3 Schichten aufgetragen.

Die erste Schicht ist die Schicht, die als Farb-Grundlage dient. Solltest Du noch keinen Fotohintergrund besitzen, empfehle ich einen dunklen, grauen zu malen. Damit macht man nichts verkehrt. Er ist klassisch und schlicht.

Die Erste Schicht sollte in jedem Fall flächendeckend aufgetragen werden. Anschließend muss man wieder warten bis der Fotohintergrund trocken ist. Wenn man mit dem Finger über die Farbe wischt, sollte keine Farbe / kein Staub am Finger hängen bleiben. Erst, wenn der Foto Hintergrund komplett trocken ist, sollte man weiter machen. Pro Schicht dauert es ebenfalls, je nachdem wieviel Wasser man verwendet, 8 – 12 Stunden bis alles komplett trocken ist.

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Der DIY Fotohintergrund getrocknet nach der ersten Schicht Farbe mit Vignette in der Mitte.

Nun kann man beliebig viele Schichten damüberlegen und mit Maltechniken experimentieren. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ich sage jedoch immer schlicht ist trumpf und Farben sollte miteinander harmonieren. Weniger ist also mehr.

ich hoffe mein Artikel über den Fotohintergrund DIY hat dir gefallen! Wenn das der Fall ist, dann teile ihn mit deinen Freunden auf Social Media und erzähle ihnen davon. Solltest du Fragen haben, dann stelle sie bitte unten in den Kommentaren oder direkt unter mein YouTube Video. Alternativ Like mein Facebook-Seite und bleibe immer auf dem neuesten Stand.

Außerdem, wenn Du noch ein Fotohintergrund System, oder Fotostudio Hintergrundsystem benötigst um deinen Fotohintergrund zu verwenden, dann schaue hier nach!