Wenn du dich auch fragst: Was macht der ISO Wert?

ISO, Verschlusszeit, Blende. Das sind die drei großen Begriffe in der Fotografie. Die ISO ist eins davon und bestimmt mit den anderen beiden die Belichtung eines Bildes.
Um alles aus deiner Kamera herauszuholen musst du alle drei verstehen und einstellen können.
Nach dem lesen dieses Artikels wirst du die ISO-Einstellungen richtig verwenden besser Bilder aufnehmen können.

1 – ISO Wert einfach erklärt

ISO steht für „International Standards Organization“ und bestimmt die Empfindlichkeit des Sensors auf Lichteinfall. Es bestimmt also die Belichtung eines Fotos.

Für gewöhnlich geht der ISO Wert bei einer Einsteigerkamera bei ISO 100 los und verdoppelt sich daraufhin im Wert bei jeder Abstufung. Dabei bewirkt jede Abstufung eine Blendenveränderung von 1/3.
Gängige ISO Werte Tabelle: 50, 100, 200, 400, 800, 1600, 3200, 6400, etc.

Die Internationale Standards Organization ist dafür verantwortlich eine Norm in jeder Kamera zu haben, sodass man sich als Fotograf auf den Richtwert der ISO verlassen kann. Egal welche Kamera man gerade in der Hand hält.

2 – Wie ISO und Belichtung zusammen funktionieren

Die ISO bestimmt zusammen mit den beiden Faktoren Blende und Verschlusszeit die Belichtung. Allerdings sind die Blende sowie die Verschlusszeit mechanisch und bestimmen über das tatsächliche Licht. Die ISO hingegen bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Sensors oder des Film, sodass die Belichtung künstlich gesteigert werden kann.

Die ISO Skala kann man mit gut mit der Verschlusszeit vergleichen, denn verdoppelt sich der Wert, wird gleichzeitig auch die Belichtung verdoppelt. Außerdem sind zu proportional zueinander. Verringert man beispielsweise den ISO Wert, wird das Bild dunkler. Erhöht man den ISO Wert wird das Bild heller. Das ist einfacher zu verstehen als die Skale einer Blende.
Falls du dich übrigens nun fragst wie die Blende funktioniert, kannst du dir diesen Artikel von mir durchlesen: Wie funktioniert die Blende?

Jedenfalls sagen Bilder mehr als 1000 Worte und deswegen findest du unten Beispiele aus einem geschlossenem Raum und was der ISO Wert macht.

wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-100
ISO 100
wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-200
ISO 200
wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-400
ISO 400
wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-800
ISO 800
wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-1600
ISO 1600
wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-3200
ISO 3200
wie-iso-und-belichtung-funktionieren-iso-6400
ISO 6400

3 – ISO Bildqualität

Als Faustregal kannst du dir merken, dass ein niedriger ISO Wert automatisch besser Bildqualität abliefert. Bei jeder Verdopplung des ISO Werts verdoppelt sich auch das digitale Rauschen. Das ISO Bildrauschen verringert die Details deiner Fotos und lässt sie sehr körnig und unsauber wirken.

Faustregel = ISO so gering wie möglich einstellen

Um das wieder an Bildern anschaulich zu machen habe ich im folgenden Experiment eine Serie von Bildern aufgenommen. Ich habe jedes für jedes Bild nicht nur die ISO verstellt, sondern dieses Mal auch die Verschlusszeit und Blende verändert. So konnte ich das Maximum aus meiner Kamera holen.

iso-bildqualitaet-iso-100
ISO 100
iso-bildqualitaet-iso-200
Bildqualität ISO 200
iso-bildqualitaet-iso-400
Bildqualität ISO 400
iso-bildqualitaet-iso-800
Bildqualität ISO 800
iso-bildqualitaet-iso-1600
Bildqualität ISO 1600
iso-bildqualitaet-iso-3200
Bildqualität ISO 3200
iso-bildqualitaet-iso-6400
Bildqualität ISO 6400

Wie du sehen kannst wird das Bild mit jeder Verdoppelung des ISO Werts schlechter. Das Rauschen wird größer und alles sieht leicht matschig aus. Zwar gibt es so etwas wie „Rauschreduzierung“, jedoch macht es den Matsch nur etwas glatter. Eine tatsächliche Verbesserung am Negativ ist es jedoch nicht.

Es wird deutlich, dass man die ISO nur unter Abwägung des Ziels für ein Foto erhöhen sollte. Bestenfalls ändert man jedoch die Blende oder Verschlusszeit.

Bei den Beispielen oben habe ich übrigens bewusst meine Crop-Kamera verwendet um ein einprägsames Beispiel darzustellen. Vollformat Kameras sind grundsätzlich wegen ihren größeren Sensors besser bei dunklen Lichtverhältnissen. Wenn man beispielsweise eine Nikon D5s oder eine Sony Alpha 7r2s verwendet kann man mit der ISO ruhig schon mal an die 3600 oder sogar 6400 gehen ohne sich das Bild zu zerstören.

4 – Wann welche ISO verwenden

ISO 50-200: In diesem Bereich haben deine Fotos die meisten Details und weisen die beste Qualität auf, die sein Sensor hergibt. Am besten überall verwenden wo es möglich ist. Meistens jedoch draußen am Tage und falls zu viel Licht vorhanden ist hilft es die Verschlusszeit oder Blende höher zu stellen.

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ISO 200 klarer Himmel ohne Sonne

ISO 200-400: Für etwas dunklere Verhältnisse als Tageslicht. Beispielsweise im Schatten oder in Räumen, welche Lichtdurchflutet sind.

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ISO 250 bei bewölktem Himmel und indirektem Licht

ISO 400-800: Diesen ISO Wert verwende ich gerne, wenn ich in Räumen mit einem Aufsteckblitz fotografieren muss. So habe ich immer noch etwas vom Hintergrund gut erkennbar.

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ISO 640 zusätzlich mit Blitz aufgehellt. Nachts während einer Veranstaltung aufgenommen.

ISO 800-1600: Auf Events wie einer Hochzeit habe ich manchmal keine andere Wahl und muss die ISO auf so einen hohen Wert stellen. Gerade weil es besondere Momente gibt wo man keinen Blitz verwenden möchte. Besonders Eventfotografen sind auf diese ISO Werte eingependelt, da sie auf Veranstaltungen oft keinen Blitz verwenden dürfen.

ISO 800 bei schwierigen Lichtverhältnissen abends im Sommer
ISO 800 bei schwierigen Lichtverhältnissen abends im Sommer

ISO 1600-3200: Eventfotografen, sonst niemand. Ich würde mit meiner Kamera nicht höher gehen, da ich kein Fan vom digitalen Rauschen bin.

iso-2000
ISO 2000 im Trauzimmer

ISO 3200+: Solche Werte sollte man nur wegen Ihres künstlerischen Effekts verwenden.

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ISO 3200 auf der Tanzfläche während einer Hochzeitsfeier

Danke für das Lesen dieses Artikels. Eventuell helfen dir auch diese Guides weiter um noch bessere Bilder machen zu können:
Belichtung verstehen – Warum richtig belichten wichtig ist
Blende richtig benutzen in vier einfachen Schritten
– Verschlusszeit verstehen