Kamerastativ & Fotostativ – Guide für Anfänger und Einsteiger

Kamerastativ & Fotostativ – Guide für Anfänger und Einsteiger

Viele Fotografen erwarten schärfere Fotos, wenn sie daran denken ihre Kamera mit einem Fotostativ zu verwenden. Obwohl ein Kamerastativ in bestimmten Situation eine Verwackelung minimieren kann, werden Fotos grundsätzlich nicht schärfer durch das Fotografieren mit einem Stativ.

In diesem Artikel gehe ich darauf ein was ein Fotostativ / Kamerastativ ist und wann und wofür man sie am besten verwenden sollte. Außerdem solltest du hinterher das beste Fotostativ für dich gefunden haben. Du findest hier alles Wissen was du brauchst um zu verstehen was ein Kamerastativ ist welche Unterschiede es gibt. Viel Spaß beim Lesen!

Fotostativ und Kamerastativ – Was ist das?

Ein Fotostativ wird auch Kamerastativ genannt und ist ein Werkzeug für Fotografen. Durch ein Stativ wird die Kamera an einer Position fixiert. Dadurch können Verwackelungen beim Fotografieren mit langen Belichtungszeiten zu minimiert werden. Darüberhinaus dient es als Hilfsmittel für aufwändiges Composing.

Kamerastative werden überwiegend von Landschaftsfotografen verwendet, welche bei schwachem Licht fotografieren. Aber auch Produktfotografen oder Werbefotografen verwenden häufiger ein Kamerastativ.

Es gibt verschiedene Arten von Kamerastativen:

  • Mini-Stative
  • Einbeinstative
  • Reisestative
  • Studiostative
  • Klassische Stative

Folgende Materialen werden häufig für die Herstellung verwendet:

  • Aluminium
  • Carbon
  • Magnesium
  • Kunststoff

Für die Verwendung einer Kamera auf einem Stativ werden sogenannten Stativköpfe benötigt. Die Folgenden zwei Arten sind am weitesten verbreitet:

  • Kugelkopf
  • 3-Wege-Neiger

Stative werden mit folgenden, verschiedenen Verschlüssen zum Arretieren der Beine hergestellt:

  • Drehverschluss
  • Schnappverschluss

Darüberhinaus gibt es von vielen Herstellern verschiedenes Zubehör. Beispielsweise gibt es Stangen die es ermöglichen mehrere Kameras an einem Stativ zu verwenden. Auch Zubehör wie unterschiedliche Füße, Wasserwagen oder Projektorplatten für Monitore oder Laptops / Mac Books.
Das hilfreichste Zubehör für das Fotografen mit Stativ ist jedoch ein Fernauslöser für die Kamera.

Wofür braucht man ein Kamerastativ?

Landschaftsfotografie

Kamerastative werden häufig in der Landschaftsfotografie verwendet. Wenn man bei schwachem Licht fotografieren möchte, muss man die ISO höher stellen (hohe ISO = hohe Lichtempfindlichkeit = viel digitales Rauschen im Bild) und gleichzeitig die Belichtungszeit verlängern (Lange Belichtungszeit = viel Licht kommt auf den Sensor = viel Verwackelung im Bild).
Durch das Fotografieren mit einem Foto Stativ kann bei einer langen Belichtungszeit die Kamera an einer Position fixiert werden. Die einzige Einfluss ist daher nur noch das Betätigen des Kamera-Auslösers sowie die Spiegelschlag (Bei einer DSLR oder SLR). Durch das verwenden einer Spiegellosen Kamera kann man jedoch den Spiegelschlag vermeiden.

Mit der Verwendung eines Fernauslösers wird das Drücken auf den Auslöser der Kamera vermieden. Dadurch sind sämtliche Kontrollierbaren Störfaktoren entfernt und ein scharfes Foto bei Dunkelheit kann entstehen.

Produktfotografie

Beim Fotografieren von Produkten befindet man sich meistens in einem Fotostudio. Damit können auch mobile Fotostudios gemeint sein. Durch das verwenden von einem Fotostativ kann man die Szene beliebig ausleuchten und komponieren. Ohne, dass sich der Bildausschnitt verändert. Unter diesen Bedingungen kann man zu perfekten Bildergebnissen gelangen.

Werbefotografie / Interieurfotografie

Diese beiden Begriffe fasse ich zusammen, da ein Kamerastativ bei Beiden den selben Zweck erfüllt. Bei solchen Shootings kann es wichtig sein, die Kamera wie bei der Produktfotografie an der selben Stelle fixiert zu haben um den Bildausschnitt gleichbleibend zu halten. Das Set kann so beliebig ausgeleuchtet und verändert werden obwohl die Szene gleich bleibt. Eine große Rolle spielt das Fotostativ bei solchen Kompositionen wo Lichter um Hintergrund, oder Personen in der Nachbearbeitung eingestempelt werden. Mehrere Fotos können anschließend in Photoshop-Ebenen übereinander gelegt werden. Wenn man einzelne Bereiche ausradiert erhält man anschließend ein Foto, welches auf mehreren übereinander liegenden Ebenen besteht und trotzdem so aussieht als wäre es mit nur einem Klick aufgenommen.

Das beste Stativ für dich

Das beste Kamerastativ gibt es nicht. Es gibt nur das beste Kamerastativ für dich und deine Bedürfnisse. Nicht alle Fotostative sind gleich. Sie unterscheiden sich in der Art, Größe, Gewicht, Material und bei den Features. Nimm also das Stativ, dass für dich am besten ist.

Ich gehe nun genauer auf die einzelnen Punkte ein die es für dich zu berücksichtigen gibt.

Höhe und Gewicht

Bei der Höhe eines Fotostativs solltest du nicht nur darauf achten, dass dein Kameraequipment die Maximallast nicht überschreiten. Achte darauf, dass du auf Augenhöhe damit arbeiten kannst um keine Rückenschmerzen zu bekommen. Ausnahmen bestätigen die Regel und manchmal benötigt man jedoch ein besonders kleines Objektiv um einen gewissen Stil zu erreichen. Bei der Lanschaftsfotografie kann ein Blickwinkel von weiter unten ganz schön sein. Es liegt jedoch an dir und deinem Stil.

Mein Lieblingsstativ von Rollei ist für mich und meine Körpergröße beispielsweise wunderbar geeignet. Ich denke jedoch, dass auch Personen mit einer Körpergröße von 175 cm damit noch sehr gut zurecht kommen sollten. Außerdem ist es sehr leicht. Damit mache ich so ziemlich alles und bisher kam es nur einmal auf einem Berg dazu, dass ich das High-End Kamerastativ von meinem Kollegen oben im Beitragsbild verwenden musste. Das ist jedenfalls das Stativ, dass ich verwende:

Rollei C5i - kompaktes, leichtes, allround Fotostativ aus Aluminium, 4in1 Stativ verwendbar als Dreibeinstativ, Ministativ, Makrostativ und Monopod, Arca Swiss kompatibel, inkl. Kugelkopf und Stativtasche - Schwarz
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Das Gewicht eines Stativs ist definitiv eines der wichtigsten Auswahlkriterien, wenn man lange wandert. Je leichter, desto besser. Viele Stativgehäuse sind aus Aluminium gefertigt und gehören damit zu den Schwergewichten. Sie sind gut für Studios geeignet wo man sein Foto Stativ stehen lassen kann und nicht den ganzen Tag durch die Landschaft tragen muss.

Wenn man viel wandert greift man eher zu einem Kamerastativ aus Carbon. Carbon ist stabil und leicht. Es schont zwar nicht den Geldbeutel, aber den Rücken. Was einem wichtiger ist, muss man selbst entscheiden. Achte in jedem Fall darauf, dass dein Fotostativ deine Kameraausrüstung tragen kann! Wenn du eine Vollformatkamera mit einem schweren Objektiv verwendest, brauchst du ein besonders hochwertiges und stabiles Kamerastativ. Mit einer APS-C Kamera und einem kleinerem Objektiv genügt meistens schon das Stativ von Rollei oben. Wenn Du dich fragst ob deine Kamera APS-C oder Vollformat ist, lese den verlinkten Artikel.

Stabilität

In puncto Stabilität gibt es verschiedene Features die Outdoor zu einem sicheren Stand beitragen können. So sind Kamerastative mit unabhängig voneinander ausfahrbaren und neigbaren Beinen gut für unebenes Terrain geeignet. Damit meine ich Untergründe wie auf Bergen oder an Abhängen. Es gibt für viele Fotostative Zubehör wie Spikes für die Füße. Auf entsprechendem Untergrund und bei Regen oder Eisglätte können diese Spikes für zusätzlichen Halt sorgen. Für noch mehr Stabilität kann ein Haken an der Unterseite der Mittelsäule sorgen. Dort bietet es sich an einen Sack Sand, eine Wasserflasche oder den Rucksack dran zu hängen. Dadurch wiegt das Stativ aufgebaut mehr, aber zusammengeklappt beim tragen nicht. Praktisch.

Nahezu jedes Stativ ist mit ausfahrbaren Beinen ausgestattet. Diese Stativbeine auszufahren beeinflusst jedoch die Stabilität der Konstruktion. Das gilt auch für ein High-end Kamerastativ. Deshalb sollte man sich nicht locken lassen von besonders großen Fotostativen mit einer Maximalhöhe von 160 cm. Auf 120 cm sind die Stative nämlich stabiler. Natürlich muss man schauen ob es für seine persönlichen Verhältnisse passt. Wenn die Kamera nicht über einen schwenkbaren Monitor sowie Live-View verfügt muss man sich zum Fotografieren weit herunterbeugen oder in die Knie gehen. Nachts, draußen, bei viel Wind muss man jedoch Verwackelungen minimieren. Breite, kurze Beine helfen dabei.

Verschlüsse

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Verschlüssen für die Stativbeine. Beide haben Vor- und Nachteile.

    1. Drehverschlüsse

Drehverschlüsse geben dir bei Stativen die höchste Kontrolle über Stabilität. Man muss nur fest genug zu drehen. Allerdings dauert es seine Zeit bis man an jedem Bein gedreht hat. Zusätzlich fällt das Feintuning der letzten Millimeter wesentlich schwerer als mit der zweiten Variante.

    1. Schnappverschlüsse

Durch Schnappverschlüsse kann man Stative schneller einsatzbereit machen und einfacher in die perfekte Position bringen. Ich befürchte jedoch, dass diese Art von Stativ Verschluss kurzlebiger ist und die Spannkraft irgendwann nachlässt. Zumindest war das mit meinem ersten Stativ von Hama damals der Fall. Falls du Erfahrungen damit gemacht hast, würde ich mich über ein Kommentar unten freuen!

Stativköpfe

Beim Kauf eines Stativs befindet sich in den meisten Fällen bereits ein Stativkopf dabei. Es gibt jedoch auch hier verschiedene Arten wie weiter oben bereits genannt.

    1. 3 Wege-Neiger

Meistens sind 3-Wege-Neiger günstiger als Kugelköpfe. Außerdem finde ich, dass man mit Ihnen genauer an sein Ziel kommt. Es ist jedoch etwas aufwändiger, weil man drei Gelenke bedienen muss.

    1. Kugelkopf

Kugelköpfe bieten den größten Freiraum beim Feintuning. Darüberhinaus braucht man nur an einem Verschluss drehen um die Kugel bewegen zu können. Kontrapunkte sind jedoch der größere Aufwand beim Feintuning sowie der üblicherweise höhere Preis bei der Anschaffung.

Portabilität

Wie oben bereits erwähnt sind Aluminium Stative meistens die Schwergewichte unter den Stativen. Wenn du planst viel mit deinem Stativ zu laufen oder gar zu wandern, empfehle ich die ein leichtes Stativ aus Carbon. Weiterhin solltest du auf die geschlossenen Packmaße achten. Dieses Packmaße spielt eine besondere Rolle beim Verreisen mit dem Flugzeug. Sie entscheiden häufig darüber ob du es anschließend an deinen Rucksack hängen kannst, oder eine zusätzliche Tragetasche dafür benötigst. Für den Fall, dass du eine Flugreise ins Auslands planst und ein Stativ dafür benötigst, empfehle ich dir folgendes Stativ aus Carbon. Wenn mein treues Rollei irgendwann ausgesorgt hat, wird das der Nachfolger. Mehr geht nicht was Preisleistung angeht.

Manfrotto Element Traveller Carbon Kit groß Schwarz - sehr leichtes Reisestativ aus Carbon mit Kugelkopf und Arca-Swiss kompatibler Schnellwechselplatte, Verwandelbar in ein Einbeinstativ, inkl. Tragetasche und Spikes
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Ich hoffe, dass Dir mein Artikel dabei helfen konnte einen guten Überblick über das Thema Fotostativ und Kamerastativ zu bekommen. Wenn Du darüber nachdenkst ein Stativ zu kaufen, dann gehe oben nochmal über meinen Artikel und wäge alle Entscheidungen ab. Überlege was deinen Anforderungen gerecht wird und wähle das beste Stativ für Dich aus. Bedenke, dass solche Stative dich viele Jahre begleiten werden und dir sehr treu sind, wenn du dich für das richtige Stativ entscheidest.

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