Meine Erste Leica als Fotojournalist

Nachdem ich mein Studium Fotojournalismus und Dokumentarfotografie in Hannover begonnen habe, wurde mir schnell klar, dass ich eine neue Kamera brauche. Nach langem ausprobieren und Überlegen habe ich mich für eine Leica entschieden. Wieso und warum, die Vorteile und Nachteile sowie meine Persönlichen Grund erfährst Du hier.

Warum überhaupt eine Leica?

Als Fotojournalist arbeitet man anders als ein Businessfotograf oder gar Hochzeitsfotograf. Klar, ich habe gute Kameras wie die Pentax K1 oder eine Phase One. Doch schnell wurde klar, dass sie einfach zu groß sind.

Im Studio oder auf Hochzeiten ist das kein Problem. Mit meinem Holdfast Moneymaker hängen die Kameras an meinem eleganten Ledergeschirr. Das funktioniert perfekt und sieht gut aus.

Doch bei einer fotojournalistischen Reportage möchte man nicht aussehen wie ein Revolverheld, der seine Pistolen durch Kameras ersetzt hat. Man möchte möglichst wenig auffallen und besonders leise sein.

Lange habe ich also recherchiert, überlegt und getestet. Danach wieder recherchiert und weiter überlegt. Irgendwann kam ich zu dem Schluss, dass eine Leica für diesen Bereich meiner Fotografie (Fotojournalistische Reportagen) den meisten Sinn ergibt.

Der Unterschied zwischen einer Leica und einer DSLR

Der große Unterschied! So groß ist er eigentlich gar nicht. Dennoch sind es die kleinen Feinheiten, die eine Leica zur Leica machen. Selbstverständlich gibt es weitere Messsucher Kameras, dir mir ins Auge gefallen sind. Besonders die Contax G2 ist mir dabei ins Auge gefallen und war auf meiner Liste weit über der Leica.

Doch die Contax G2 ist einfach nicht für mich gemacht. Ich hatte das große Glück sie ausprobieren zu können und kam irgendwie nicht mit dem Autofokus zurecht. Dennoch macht sie wahnsinnig gute Fotos, wie man hier bei Ferhat Topal sehen kann.

Leicas sind klein, leise und zuverlässig

Der wichtigste Grund wieso ich mir eine Leica gekauft habe steht bereits oben. Sie ist im Gegensatz zu einer DSLR unauffällig. Sie funktioniert anders als eine DSLR und verfügt über keinen Spiegel. Deswegen kann sie kleiner gebaut werden.

Das fehlen des Spiegels hat jedoch weitere Vorteile, denn ein Auslösen der Leica ist leise. Sie ist so leise, dass es kam auffällt. Siehe hier den Unterschied.

Spiegellose Kamera

Wahrscheinlich fragst Du dich nun: „Hey, moment mal. Wieso kaufst Du dir nicht einfach eine Fuji oder Sony, wie sie die meisten anderen verwenden?“.

Diese Frage ist berechtigt und meine Antwort darauf ist auch sehr speziell.

Ich liebe die Film-Fotografie!

Leica und die Filmfotografie

Für mich ist es ein Unterschied ob ich digital oder analog fotografiere. Natürlich hat die digitale Fotografie die analoge seit langem ersetzt. Zurecht!

Doch ich erwische mich beim Arbeiten mit der Pentax immer wieder dabei unglaublich viele Fotos aufzunehmen und einfach nicht richtig darüber nachzudenken. Auch wenn ich weiß, dass es nicht so ist, kommt es mir häufig vor, als wären meine digitalen Fotos wertlos.

Einfach irgendetwas aufzunehmen, in Serienbildern, 20 Fotos hintereinander und dann das beste in Lightroom auszuwählen, ist ein Weg um ein gutes Foto zu kommen. Ist man dann aber auch ein guter Fotograf?

Mit meiner Leica habe ich ca. 36 Fotos auf meinem Film. Die ISO ist begrenzt und das Objektiv aktuell weit offen auf f/2.8. Für mich sind das keine Einschränkungen, sondern Grenzen die mich bewusst fotografieren lassen und meine Kreativität fördern.

Jedes Bild, dass ich mit meiner Leica auf Film aufnehme, hat seine Berechtigung aufgenommen zu werden. Selbst, wenn ich von einer Situation zwei Fotos aufnehme, dann nur, weil ich ganz sicher sein möchte. Ein drittes Fotos wird es aber nicht geben.

Das ist zumindest meine Art damit zu fotografieren und ja! Es ist nicht das beste Werkzeug für die Studiofotografie, aber darum geht es auch nicht. Meine Leica erfüllt ihren Zweck bei mir mehr als nur zufriedenstellend.

Leica M analog oder digital?

Meine Kamera ist eine Leica M6 und damit noch analog. Sie ist 1993 gebaut worden und benötigt nur aus dem Grund eine Batterie, weil ein Lichtmesser eingebaut ist. Wenn diese leer ist, kann ich immer noch damit Fotos aufnehmen. Ein massives Stück Metall, dass in meiner Fantasie noch bis zum Rentenalter loyal sein wird.

Digitale Leicas sind sehr schöne Kameras. Gerne würde ich mal eine ausprobieren. Den Preis von 10.000 € für eine Kamera und ein Objektiv würde ich jedoch aktuell nicht bezahlen. Ich denke, das Geld ist woanders sinnvoller investiert.

Dennoch wäre auch das Fotografieren mit einer Leica M10 sicherlich eine große Freude. Besonders die Hauttöne sehen wahnsinnig gut aus.

Warum ist Leica so teuer?

Leica ist teuer. Das kann man nicht anders sagen. Zumindest scheint es auf den ersten Blick so. Wenn man nämlich bedenkt, dass meine Leica M6 seit 1993 tadellos funktioniert, dann relativiert sich das Preis.

Keine Nikon D850 wird nach 25 Jahren immer noch wie am ersten Tag funktionieren. Das unterschriebe ich dir mit meinem Blut.

Leica Kameras sind qualitativ hochwertig, werden in Handarbeit zusammengebaut und halten eine Ewigkeit.

Ich würde mir beispielsweise maximal 2 Leica Kameras kaufen und würde nie wieder eine Neue Brauchen. Wer eine hat, kommt halt als Kunde nicht wieder. Aus unternehmerischer Sicht ist die Herstellung von analogen Leica Kameras meiner Auffassung nach Blödsinn (wenn man sie günstig verkaufen würde). Du Kunde kauft eben nur ein Mal.

Wie oft hast Du dein Nikon oder Canon bisher gewechselt?

Die besten Leica M Objektive

Ich lege noch einen drauf. Hast Du schonmal gesehen was ein Leica Objektiv kostet? Da kippt man fast vom Hocker. Selbst gebraucht ist das Glas teurer als ein neues von Canon.

Deswegen habe ich nach Alternativen gesucht. In erster Linie ging es mir bei der Wahl des Objektivs um die Qualität. Kein krummen Ränder an den Seiten und ein möglichst klares Bild.

Das ist im Gegensatz zu anderen analogen Kameras möglich.

Grundsätzlich gibt es für die Leica M drei verschiedene Hersteller die man Empfehlen kann. Leica, Carl Zeiss und Voigtländer.

Die Besten sind tatsächlich die Objektive von Leica selbst. Allerdings ist der Preis dafür enorm. Doch auch gebrauchte Objektive sind eine gute Investition.

Die zweitbesten Objektive liefert Carl Zeiss. Dieses Glas ist großartig! Ich selbst verwende aktuell ein 28mm f/2.8 und bin jedes Mal über die Schärfe und Klarheit meiner Foto erstaunt.

Als letztes empfehle ich Voigtländer. Die machen ebenfalls gutes Glas, für faires Geld, doch würde ich nur das 50 mm 1.5 empfehlen. Für alle weiteren Brennweiten würde ich lieber Carl Zeiss Objektive einkaufen (wenn das Budget schmal ist).

Hier noch einmal meine Empfehlungen für Leica M Objektive (geordnet nach Brennweite, Preis und Qualität):

Leica Fotografen

Zum Schluss möchte ich noch zwei Fotografen benennen, die mit Leica fotografiert haben. Zum einen Henri Cartier Bresson und zum anderen Elliot Erwitt.

Fazit

Leica ist nicht nur eine Kamera, sondern eine Einstellung. Manuell zu fotografieren, sich zu limitieren und licht unterwegs zu sein. Für mich ist sie meine „to go“ Kamera geworden.

Wenn Dir mein Artikel gefallen hat, dann freue ich mich, wenn Du dich in meinen Newsletter unten einträgst. Bis bald!

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