Pentax K-1 Erfahrungsbericht

Pentax K-1 Erfahrungsbericht

Die Pentax K-1 ist eine erstklassige Vollformat DLSR, die zu einem fairen Preis erhältlich ist. Nach knapp einem Jahr als Hauptkamera für Hochzeitsreportagen und Businessfotografie kann ich mir eine realistische Meinung darüber bilden. Doch selbst die beste Vollformatkamera von Pentax hat Schwachstellen die ich jetzt aufzeigen werde. Trotzdem bin ich nach wie vor sehr zufrieden mit ihr. Hier kommt also mein Pentax K-1 Erfahrungsbericht.

Warum ich mir eine Pentax K-1 gekauft habe

Jahrelang habe ich mit einer APS-C Kamera von Nikon fotografiert. Hin und wieder lieh ich mir auch eine Nikon D750 oder D800. Nach vier-fünf Jahren treuer Dienste meiner Nikon D5100 war jedoch eines klar: Vollformat muss her. Der Unterschied zum Sensor einer D800 war einfach viel zu schmerzhaft. Sobald das Licht schlechter wurde, hat die Qualität meiner Aufnahmen sehr darunter gelitten.

Lange habe ich mit mir gerungen und stellte mir häufig die Frage: „Kaufe ich die Nikon D750 oder doch lieber die D810 und was ist, wenn bald der Nachfolger der D810 kommt? Diese Ungewissheit hatte mich viel Beschäftigt. Ich wollte einfach nicht mehr warten.

Die Nikon D750 hat eine maximale Verschlusszeit von 1/4000 und mit seinem Sensor eine geringe Auflösung. Das kann für die Hochzeitsfotografie ein Vorteil sein, denn kleinere Fotos verarbeiten sich schneller. In jeglicher Hinsicht.

Die Nikon D810 hat zwar eine maximale Verschlusszeit von 1/8000 und eine erstklassigen Sensor aber kostete auch noch fast 3000 €. Dazu kommt, dass Nikon ende 2016 einfach die Preise erhöht hat. Trotzdem kam keine neue Kamera die mir gefehlt hat. Ich war enttäuscht.

Nach wochenlanger Recherche und monatelangem Träumen (du weißt genau wovon ich spreche), wurde ich auf die Pentax K-1 aufmerksam. Sie verfügt über eine Verschlusszeit von 1/8000 und kostet etwa ein Drittel weniger als die D810.
Ich war noch unsicher und wartete trotzdem auf den Nachfolger der D810. Als mir dann ende Dezember jemand ein Angebot machte eine Pentax K-1 mit nur 36 Auslösungen für 1.650 € zu kaufen, schlug ich einfach zu. Hinterher ist man immer schlauer und wer zögert verliert. Garantiert.

Kommen wir also zu meinen Pentax K-1 Erfahrungen.

Pentax K-1 Erfahrungsbericht

Haptik

In meine Hände passt die Pentax K-1 sehr gut. Im Gegensatz zur D750, wo mir der Griff zu kantig und flach ist. Bei der D810 ist mit der Griff und die Kamera hingegen zu klobig. Dazu muss ich anmerken, dass ich ein recht kleiner Mann bin und keine großen Flossen besitze.

Haltbarkeit

Das Pentax K-1 Design gefällt mir ebenfalls sehr gut. Schwarz, schlicht und schick. Das Material fühlt sich hochwertig und robust an. Diese Robustheit kann ich unterschreiben. Sand und Spritzwasser sind kein Problem. Ich war mit der Pentax auf Gran Canaria. Dort stand ich bis zur Brust im Meer und bin drei Stunden durch die Dünen von Maspalomas gewandert. Die Pentax überlebt nicht nur, sie arbeitet ohne zu murren und liefert außerordentlich gute Ergebnisse. (UPDATE: Sie ist mir im Februar in Australien ins Meer gefallen. Poseidon wollte Sie sich wiederholen. Sie funktioniert immer noch 1A. Allerdings finde ich hin und wieder Sandkörner am Gehäuse. Wo verstecken die sich nur?)

Technische Daten und Video

Es gibt bereits viel Material und Feedback zu dieser Kamera. Schau dir dazu dieses Video an. Es vermittelt einen kleinen Eindruck der Pentax K-1

Alternativ kannst du dir die Aufzeichnung des Live-Streams von Krolop und Gerst anschauen. Der ist allerdings zwei Stunden lang.

Bedienung

Auch mit der Bedienung bin ich sehr zufrieden. Anfangs war es war zwar eine kleine Umgewöhnung mit der Pentax K-1 zu arbeiten, weil ich jahrelang mit Nikon fotografiert habe. Ich konnte mich jedoch schnell umgewöhnen. Selbst zwischen der D750 und der D810 gibt es Unterschiede in der Bedienung. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden und konnte bereits nach den ersten paar Tagen Dauereinsatz die Kamera flüssig bedienen. Jetzt, nach einem Jahr bediene ich sie fast blind. Ins Menü muss ich fast nur noch zum formatieren der zwei eingelegten SD-Speicherkarten.

Fotografieren / Arbeiten

Für mich ist die Fotografie nicht nur meine größte Leidenschaft, sondern auch mein Beruf. Deswegen ist eine gute Kamera für mich auch gleichzeitig ein gutes Werkzeug zum erreichen meiner Ziele. Mein Werkzeug muss also immer funktionieren und eine hohe Qualität haben, damit ich hochwertige Ergebnisse abliefern kann.

Unter guten Lichtbedingungen ist jede Kamera gut

Die Arbeit mit natürlichem Licht kommt bei meiner Art fotografieren am meisten vor. Auf Hochzeiten nehme ich alles so auf wie es ist. Dadurch erhalte ich authentische Fotos. Bei gutem Licht habe ich gute Bedingungen mit jeder Kamera. Das sind meine Erfahrungswerte. Natürlich ist auch hier die K-1 ein wunderbares Werkzeug.

Pentax K-1 Buffer

Eine der Schwachstellen die ich nach einem Jahr Dauereinsatz feststellen konnte ist der Buffer. Bisher hatte ich auf Hochzeiten mehrmals das Problem, dass der Buffer zu schnell vor war. Es ist schlecht, wenn man warten muss bis man das nächste Bild aufnehmen kann. Da ist die D810 weit überlegen, auch wenn der Sensor der selbe ist.

Mit der Pentax K-1 kann ich zwar 13 Bilder hintereinander im Serienbild aufnehmen. Dann ist der Buffer jedoch erstmal für eine gefühlt habe Minute voll. Man kann noch ins Menü, aber nicht mehr fotografieren. Ich komme allerdings sehr selten an so einen Punkt. Höchstens beim Auszug aus der Kirche oder dem ersten Tanz auf einer Hochzeit. Wenn man das weiß und sich jedoch richtig positioniert kann man damit gut umgehen.

Pentax K-1 für Reportagen?

Die Pentax K-1 ist als Reportagekamera nur dann zu empfehlen, wenn man genau weiß in welchem Moment man abdrücken muss. Deswegen ist sie eher eine Porträts- und Landschaftskamera. Man muss schon für sich selbst herausgefunden haben wie man fotografiert. Wenn du weißt wo zu stehen hast und wann und wo du abdrücken musst, dann kannst du die Pentax K-1 für Reportagen verwenden.

Unter schlechtem Lichtbedingungen

Leider ist hier ein kleiner Schwachpunkt versteckt. Je schlechter das Licht wird, desto schwerer findet die Pentax K-1 Fokuspunkte. Das Fokussieren wird schwer. Die Kamera erkennt das und schaltet zur Unterstützung das grüne AF-Hilfsfokus Licht ein. Dadurch findet man zwar auch im dunkeln einen richtigen Fokuspunkt, aber das dauert.

Dynamik-Umfang

Das ist sehr schade, denn die Dynamik ist extrem gut. Ich persönlich belichte immer eine Blende drunter und ziehe dann in Lightroom bei meinen Hochzeitsfotos bis zu +3 bei der Belichtung. Für die Pentax K-1 ist das kein Problem. Es ist trotzdem schade, wenn man nach Sonnenuntergang einen Hochzeitstanz mit available light aufnehmen möchte. Ohne P-TTL Blitz wird das nur leider nichts. Der Fokus wird sonst nicht gefunden. Dabei könnte die Pentax K-1 nämlich alles rauscharm mit available light aufnehmen. Nur der Fokus müsste mitmachen.
Bei diesen Bildern habe ich die Belichtung in Lightroom auf +2,5 erhöht.

Sofern man einen Aufsteckblitz verwendet ist Dunkelheit kein Problem. Doch manche Momente sind schöner ohne Blitz.

Blitzen mit der Pentax K-1

Wenn man blitzen möchte wird man vor weitere Probleme gestellt. Bisher konnte ich keinen Funkauslöser finden der P-TTL unterstützt (Falls du einen kennst, bitte unten in die Kommentare schreiben). Mit der Pentax ist vieles aufwändiger, habe ich das Gefühl. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, denn wenn man Probleme löst und sich nicht immer den einfachsten Weg nimmt lernt man besser. Ich sehe das eher positiv.

Deshalb habe ich mir manuelle Funkauslöser von JJC und einen Yongnou Blitz besorgt. Das funktioniert, ist jedoch als Aufsteckblitz für Hochzeiten ungeeignet. Wenn man sich zu bewegen hat und es schnell gehen muss braucht man etwas anderes. Dafür greift man lieber zum Pentax AG-540 FGZ II mit P-TTL.

In diesem Zusammenhang finde ich es schade, dass ich diese wunderbare Kamera als „zubehörlos“ beschreiben kann. Es gibt alles mögliche für Nikon, Canon und Sony. Aber Pentax steht häufig außen vor. Woran liegt das? Dabei sprechen wir hier von einer absolut genialen Kamera und mit Pentax von einem der besten Kamerahersteller die es jemals gab.

Bildqualität

Die Bildqualität ist übrigens immer großartig. Egal ob dunkel oder hell. Sofern man die Pentax K-1 mit einem guten Objektiv verwendet bekommt man auch hochwertige Aufnahmen.

Objektive

Je nachdem wie man arbeitet und was für eine Art Fotos man aufnehmen möchte benötigt man unterschiedliche Objektive. Da ich ein großer Fan von Festbrennweiten bin habe ich kein einziges Zoom-Objektiv. Wobei Pentax hier besonders gute Modelle im Sortiment hat. Die Standard Linsen 14-12mm, 24-70mm und 70-200mm sind selbstverständlich für die bestmögliche Auflösung gebaut worden und mit einer Blende von 2.8 entsprechen sie dem aktuellen Standard.

Festbrennweiten

Übrigens verwende ich ausschließlich Festbrennweiten um gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen. Wenn man mein Portfolio anschaut wird das sofort klar. Der Kunde weiß was er bekommt. Keine Experimente bei Buchungen.

So fotografiere ich mit genau zwei Objektiven. Als erstes habe ich mit das 35mm 1.4 von Sigma gekauft. Das ist nämlich eines der wenigen Art-Serie mit dem Pentax-K Anschluss und Vollformat tauglich. Ich bin so sehr zufrieden damit, dass ich nichts negatives dazu sagen kann. Es ist messer-scharf, verfügt eine Blendenöffnung von 1.4, sehr wenig Verzerrungen und einen sehr leisen Autofokus.

Hier sind einige Beispielbilder mit dem 35mm

Das zweite Objektiv das ist verwende ist ein 50mm 1.4 von Pentax. Es ist ein gutes Objektiv, welches leider nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Es ist zwar sehr leicht und blendet man ein paar Blenden ab, ist es auch scharf. Leider ist das Fokussieren langsamer und lauter. Ich bilde mir auch ein, dass es die komplette Auflösung des Sensors nicht ausnutzen kann.

Weil Pentax weiß, dass unbedingt ein neues 50mm 1.4 gebraucht wird wird fleißig daran gearbeitet. Zumindest hoffe ich das, denn obwohl es bereits angekündigt wurde, steht noch kein genaues Release Datum fest.

Hier sind einige Beispielbilder mit dem 50mm

Daraus habe ich folgendes gelernt:
Der Hersteller deiner Kamera ist egal. Was zählt sind die Objektive. Ich kaufe mir nur noch Kameras die die Objektive tragen können die ich gerne verwenden möchte. Features wie ein schneller Fokus, hohe ISO oder ein guter Sensor sind Immer Funktionen die schnell verbessert werden und bei einer neuen Kamera immer der Kaufgrund eines Modells.

Ein gutes Objektiv hält jedoch mindestens doppelt so lange wie eine Kamera. Für arbeitende Fotografen sollte die Preisfrage einer Kameraausrüstung außerdem nicht das wichtigste Kaufkriterium sein. Die Ergebnisse zählen.

Ich fasse also einmal alle Vorteile und Nachteile zusammen:

Vorteile

  • Selber Sensor wie Nikon D810 aber fast 1.000 € günstiger
  • Hohe Auflösung
  • Hoher Dynamikumfang
  • Hohe ISO
  • Guter Autofokus bei gutem Licht
  • Fokuspeaking
  • Robustes Arbeitstier
  • Zwei Speicherkartenslots
  • GPS
  • WLAN
  • Solides und bewegliches Display
  • Kompatibel mit alten, Weltklasse Pentax-K Objektiven

Nachteile

  • eingeschränkte Zubehörauswahl
  • eingeschränkte Objektivauswahl
  • Buffer ist langsam bei Serienaufnahme
  • schlechter Autofokus bei schlechtem Licht

Pentax K-1 Erfahrungen

Wer sollte die Finger davon lassen?

Lass bloß die Finger davon, wenn du die eierlegende Wollmilchsau suchst. Dann investiere direkt in eine Sony Alpha 9 genug Akkus und ein paar Zeiss Objektive. Auch solltest du die Finger von der Pentax lassen, wenn du eine „Einsteigerkamera“ suchst. Lernen kannst du auch mit einer günstigeren Kamera. Greife da lieber zu Pentax KP.

Solltest du eine Kamera suchen die deine Triebe nach der Zubehör-Kaufsucht befriedigt, dann bist du hier auch falsch und wenn du einfach nur mit den anderen Mitschwingen willst, dann denk gar nicht erst daran diese Kamera zu kaufen. Dann nimm lieber eine Canon oder Nikon.

Für wen ist die Pentax K-1 geeignet?

Das ist eine Frage die ich mit gutem Gewissen beantworten kann. Die Pentax K-1 ist besonders für Portraitsfotografen geeignet, die viel Wert auf eine gute Bildqualität setzen und gleichzeitig nicht all zu tief in die Tasche greifen möchten. Aber auch Landschaftsfotografen werden von der K-1 begeistert sein. Durch das Pixelshift und Astro-Tracking lassen sich wunderbare Fotos aufnehmen. Die mit anderen Kameras nicht gemacht werden können.

Wenn dein Herz für die Fotografie schlägt, du mutig bist und dir egal ist was andere denken. Wenn du eine robuste Kamera brauchst die dich nicht im Stich lässt. Wenn du einverstanden bist mit der Objektivauswahl und dem Zubehör. Ich finde dann kannst du ruhig zuschlagen.

Meine Erfahrungen mit der Pentax K-1

Die Pentax K-1 ist eine wunderbare Kamera und sie wird mich begleiten bis sie auseinander fällt. Trotz einiger Kleinigkeiten die wir hin und wieder zu Lösen haben möchte ich sie behalten.
Es gibt keine allround-Lösung und die würde ich auch nicht wollen. Meine Pentax ist zuverlässig und ich weiß was ich damit machen kann. Ich weiß welche Ergebnisse ich mit ihr bekommen kann und wie ich sie mit ihr bekomme.

Am Ende des Tages ist sie nur ein Mittel zum Erreichen meiner Ziele. Doch das macht sie fabelhaft und treu. Ob ich mit einer Nikon D810 glücklicher wäre kann ich nicht sagen. Ich weiß nur eins: Pentax hat mich überzeugt und der Wechseln auf ein anderes Vollformat System Wechsel ist nicht geplant.
Vielen Dank fürs Lesen. Ich hoffe mein Pentax K-1 Erfahrungsbericht hat die gefallen. Hinterlassen doch bei Fragen einen Kommentar oder Teile diesen Artikel auf Social Media.

Falls du dir die Preise für die Pentax anschauen möchtest, findest du sie hier bei Amazon.

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