Routinen für Selbständige – wie man Ordnung ins Chaos bringt

Routinen für Selbständige – wie man Ordnung ins Chaos bringt

Als Selbständiger verfügt man über viele Freiheiten, die man als Angestellter nicht hat. Es ist niemand da, der einem sagt was man tun soll. Außerdem kann man sich seine Termine selbst legen und wenn man Urlaub haben möchte, gibt es keine Diskussion. Die Selbständigkeit hat jedoch auch Schattenseiten, die häufig übersehen werden. So verliert man sich gerne mal in der Arbeit, die Gesundheit wird durch das viele sitzen im Homeoffice vernachlässigt. Manchmal bleibt auch das Privatleben auf der Strecke. Doch das alles muss nicht sein!

In diesem Artikel schreibe ich über ein paar alltägliche Probleme von Selbständigen und gebe erste Hilfe wie man mit diesen Problemen fertig werden kann. Dabei zeige ich nur die Spitze vom Eisberg und wenn Du mehr erfahren möchtest, dann Folge mir auf Facebook. Viel Spaß beim Lesen!

Die üblichen Probleme als Selbständiger

Morgens halb 10 in Deutschland. Ich stehe auf. Natürlich ohne Wecker, denn die wenigen Termine die ich momentan habe, sind entweder auf den Abend gelegt (wenn normale Menschen nicht arbeiten), oder am Wochenende. Ich schlafe also aus. Jeden Tag. Das typische Leben von Menschen die hauptsächlich im Internet arbeiten. Dabei bin ich eigentlich auch Fotograf, doch die meiste Arbeit spielt sich tatsächlich vor dem Mac ab.

Früher wurde immer gesagt: „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, doch Stromberg hat einmal darauf geantwortet: „Ja, aber die zweite Maus bekommt den Käse“. Da ist etwas wahres dran. Das wusste ich schon immer. Wenn man sein eigenes Unternehmen ohne feste Angestellte hat, dann kann man einen Tag so beginnen lassen und die „Öffnungszeiten“ flexibel und nach Belieben gestallten.

Das liest sich natürlich sehr schön und das ist es auch! Zumindest, wenn man sich selbst im Griff hat. Doch wer hat sich schon immer im Griff? Die Tage an denen ich meinen Wecker stellen muss, lassen sich im Monat an einer Hand abzählen. Es war jedoch nicht immer so einfach mit diesem Privileg klar zu kommen. Zu den Anfangszeiten meiner Selbständigkeit war ich nämlich komplett überfordert. Tage wurden zu Nächte und Nächte zum Tage. Die Struktur hat komplett gefehlt und das machte mich fertig. Es war so ziemlich nirgendwo eine Struktur vorhanden. In diese Selbständigkeit musste ich erst einmal hinein wachsen und ich denke, dass es vielen genau so geht.

Sich den Wecker nicht stellen zu müssen, kann katastrophale Folge haben. Sollte man sein Ziel aus den Augen verlieren, kann es dazu führen, dass man einfach ewig lange wach bleibt und seine Zeit mit Nichtigkeiten verschwendet, dann irgendwann arbeitet bis man fast von dem Computer einschläft. Wenn man anschließend das nächste Mal aufwacht, fühlt man sich matschig und funktioniert nur noch halb so gut.

Jeden Tag zur selben Zeit zu Bett gehen

Was für mich gut funktioniert hat um dieses Problem des Matschig seins endgültig zu besiegen, war es eine Routine in meinem Leben einzuführen. So habe ich mit meiner Freundin beschlossen (sie ist ebenfalls selbständig) jeden Tag zur selben Zeit ins Bett zu gehen. So haben wir ein wenig Zeit für uns finden können, auch wenn die Arbeit mal länger dauert. Es gibt nichts was wichtiger ist, als das eigene Wohlergehen. Keine Arbeit kann nicht bis morgen warten. Naja, zumindest 99% der Arbeiten.

Die Arbeit jedoch ab 22 Uhr langsam herunter zu fahren, sich bett-fertig zu machen und spätestens um 23 Uhr in der Kiste zu liegen ist die beste Routine, die ich in meinem Leben habe. Diese geregelten Zeiten und Rituale bringen mich (und meine Freundin) runter. Es funktioniert bereits nach wenigen Wochen und der Körper gewöhnt sich daran. Es ist wie ein Trigger, der einem sagt, dass man schlafen soll wenn man im Bett ist.

Die Folgen sind, dass wir am nächsten Morgen fast zeitgleich wach werden und uns fit fühlen. Wir sind leistungsfähiger und können insgesamt besser abschalten. Darüber hinaus habe ich noch folgenden Tipp, den ich bereits seit Jahren anwende und nicht mehr missen möchte.

Das Schlafzimmer ist nur für zwei Dinge da

Schlafen und Liebe machen sind die beiden einzigen Dinge, die man im Schlafzimmer tun sollte. Fernseher, Handy, Streit oder sonstige Ablenkungen haben im Schlafzimmer nichts verloren. Deswegen sollte man auch nicht wütend aufeinander zu Bett gehen. Die Dinge ins Reine zu bringen und Frieden zu schaffen, bevor man ins Bett geht, hilft die Beziehung zu pflegen. Man muss sich außerdem keinen Kopf mehr machen und kann entspannen.

Es gibt allerdings eine dritte Sache die ich trotzdem im Schlafzimmer tue und die Ausnahme oben darstellt. Ich habe nämlich immer ein gutes Buch dabei. Wenn man etwas vor dem schlafen gehen liest, dann behält man es besser. Ich kann mich dadurch für den nächsten Tag inspirieren. Wie die meisten Menschen tendiere ich außerdem dazu nach bereits 15 Minuten lesen einzuschlafen.

Regelmäßige Essenszeiten einführen

Wenn Du von Zuhause aus arbeitest, dann kennst Du das. Der Kaffee fließt in Strömen und wenn Du Hunger hast, wird er ignoriert oder vergessen. Anschließend hast Du so einen Heißhunger, dass Du übertreibst und zu viel isst. Darüber hinaus hast Du zu wenig Bewegung und nimmst zu.

Dieses Beispiel trifft zumindest auf mich zu. Das ist ein Bereich in meinem Leben den ich immer noch nicht so im Griff habe, wie ich es gerne möchte. Dabei konnte ich selbst mit dem Rauchen aufhören, doch was das Essen angeht… Was mir jedoch geholfen hat zumindest ein paar wenige Kilos abzunehmen ist es feste Essenzeiten einzuführen. Ich esse beispielsweise meine erste Mahlzeit am Tag erst um 12:00 Uhr. Vorher gibt es nur Wasser und Kaffee.

Das nennt sich intermittierendes Fasten und funktioniert für mich ganz gut. Was mir auch hilft ist es selbst zu kochen. Damit meine ich nicht irgendein Fertiggericht in den Backofen zu schieben, sondern sich bewusst die Zeit zu nehmen, sich sein Essen aus frischen Zutaten selbst zuzubereiten.

Die kleine Pause die dadurch entsteht entschleunigt ungemein und sorgt für frischen Wind im Kopf. Als Pause für Zuhause ist selbst kochen unschlagbar. Übrigens sollte man darüber hinaus nicht vor dem Computer oder Fernseher essen. Das lenkt nur ab. Besser ist es, sich die selbst gekochte Mahlzeit bewusst zuzuführen und zu genießen.

Als Alternative zum Kochen zuhause, kann es auch sehr ratsam sein mit Freunden in der Mittagspause essen zu gehen. Am besten jedoch nicht immer mit dem selben, guten Kumpel, sondern mit anderen Selbständigen und Unternehmern. Dadurch hat man Interessante Gespräche die einem manchmal über den eigenen Tellerrand hinaus schauen lassen.

Ablenkungen vermeiden

Dieser Ratschlag klingt für einige Wenige altbacken und Andere denken wohlmöglich, dass diese Tipps eigentlich keine sind. Wieder ein Anderer wundert sich eventuell in was für ein Welt ich lebe. Doch es gibt auch Menschen wie Dich, die die selben Probleme für sich erkannt haben und denen jetzt gleich in Licht aufgeht.

Wissen zu erlangen ist heutzutage nicht mehr das Problem. Eher sich Zeit zu nehmen und mal nicht abgelenkt zu werden, mal nicht mit Informationen zugeworfen zu werden, ist das Problem unserer heutigen Zeit. Einfach mal abzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren kann zu einer großen Herausforderungen werden.

Der Zustand ständig erreichbar sein zu müssen ist für mich selbst untragbar geworden und ein Zustand mit dem ich nicht weiter leben wollte. Es fing als Angestellter an mit der Bereitschaft, dass der Chef anrufen konnte und ich irgendwo einspringen muss. Als Selbständiger ging es weiter damit jede Anfrage sofort zu beantworten oder am Telefon auch um 23 Uhr für seine Kunden noch erreichbar sein zu müssen. Völliger Blödsinn im Nachhinein.

Das permanente Emails checken oder einfach zu schauen ob jemand eine Nachricht bei Facebook oder Instagram gesendet hat, ist ein fürchterlicher Zwang geworden, der unbewusst viel Nerven gekostet hat. Aber auch Zeit ohne Ende, denn wenn man diese fünfminütigen Sessions am Ende des Tages summiert, sind mal Eben 1-2 Stunden dafür drauf gegangen. Gut, wenn man jemanden hat, der einen darauf aufmerksam macht. Wenn Du wie ich ein Millenial bist, dann kennst Du dieses Problem sicherlich ebenfalls.

Millenial Probleme

Wir sind in Zeiten ohne Internet geboren, wuchsen auf, wo andere Kinder an der Tür geklingelt haben und fragten ob wir zum spielen raus kommen können. Als Teenager waren wir auf LAN-Partys unterwegs, weil das Internet gerade erst im kommen war. Der Erste im Freundeskreis, der DSL hatte war der coolste. Selbst ISDN war damals brutal gut. Später bekamen wir dann unser erstes Handy mit Kameras, die schlechter sind als alles was man heute im Internet findet. Heutzutage schlafen wir mit dem iPhone neben dem Kopfkissen ein. Verrückt, wie sich die Zeiten ändern.

Wir sind sozusagen in diese Welt der ständigen Eindrücke und Informationen hineingewachsen und wissen zwar noch wie es damals war, doch denken niemals daran. Wie denn auch, wenn wir uns nur mit likes, comments und posts beschäftigen? Wenn Du Dich ganz ehrlich fragst welche Zeit besser war im Bezug auf deine Lebensqualität und das Glück, welches Du im Alltag gefunden hast, wirst Du sicherlich genau so denken wie ich. Keine Frage.

Bewusst abschalten

Diesen Umstand jedoch von alleine für sich selbst herauszufinden ist nicht einfach. Manchmal muss einem das eben erst einmal gesagt werden, bevor man merkt wie tief man bereits in dieser digitalen Welt versunken ist.

Wichtig ist also manchmal abzuschalten und sich auf lediglich das Wesentliche zu konzentrieren oder komplett nichts zu tun. Doch wie schafft man das? Ich möchte hier niemanden dazu zwingen sein iPhone aus dem Fenster zu werfen. Das wäre auch Blödsinn und absolut realitätsfern! Schließlich gehört die digitale Welt nun dazu und wer sich verschließt geht unter. Beruflich und Sozial. Ich habe deshalb für mich ein paar Mittelwege gefunden, um die Vorteile beider Welten für mich zu gewinnen. Vielleicht funktionieren sie auch für Dich.

Social Media rationalisieren

Als Erstes empfehle ich social media zu rationalisieren. Das geht ganz einfach, schafft mehr Zeit und kostet weniger Nerven. Glaub mir, es beruhigt, wenn man nur zwei Mal am Tag online ist. Ich habe mir ein Browser-Tool installiert, wodurch ich mein Social Media und diverse News Seiten für einen bestimmten Zeitraum blocke. Den Zeitraum lege ich mir dabei selbst fest und halte mich auch daran. Probier es ruhig mal aus: https://heyfocus.com/

Maximal zwei Mal am Tag greife ich auf meine Social Media Kanäle zu und arbeite alles ab. Egal ob persönlich oder privat. Ich gehe online, beantworte Nachrichten, Kommentare und sende Nachrichten (falls notwendig). Selten mache ich dabei eine Ausnahme und wenn, dann nur Zweckgebunden. Dadurch arbeite ich effektiv und vernachlässige niemanden.

Meine kompletten Social Media postings werden außerdem weitestgehend automatisiert und im Voraus geplant, sodass ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann. Schau deshalb mal bei meinem Freund Marco Kindermann vorbei. Er hat einen Social Media Redaktionsplan kostenlos zur Verfügung gestellt.

Emails im Zeitplan festlegen

Die zweite wichtige Routine in diesem Bereich des bewussten Abschaltens, dient dazu weniger Emails zu checken und mehr zu arbeiten. Als Selbständiger der die meiste Zeit am Mac sitzt, habe ich lange Zeit den Drang verspürt alle halbe Stunde meine Mails zu checken. Gut, dass diese Zeit vorbei ist! Wie ich dieses Problem in den Griff bekommen habe, ist eigentlich ganz einfach.

Seit einigen Monaten bereits, checke ich meine Emails maximal zwei Mal am Tag. Ein Mal morgens und ein Mal abends. Jeden Morgen wird alles abgearbeitet, damit der Kopf frei ist. Abends schaue ich nur noch selten drüber und sofern nicht direkt ein Notfall im Titel der Mail zu erkennen ist, wird erst wieder am nächsten Morgen geantwortet. Jeder meiner Kunden hat meine private Handynummer und wenn etwas ist, bin ich erreichbar. Da sich heutzutage viele Menschen davor scheuen anzurufen, habe ich weniger Stress und mehr innere Ruhe. Der Zugang zu mir bleibt also erhalten, doch die Barriere ist höher und die meisten akzeptieren die Privatsphäre.

So, ich hoffe dieser Artikel hat Dir gefallen. Es ist ein etwas anderer Artikel. Er ist persönlicher und auch das Thema weicht von der Fotografie ab. Das ist jedoch eine Richtung in die sich mein Blog in Zukunft weiterentwickeln soll. Seit Wochen grübel ich nun schon darüber wie die Zukunft meines Blog weitergehen soll und ich bin schon sehr weit damit gekommen.

Meine Liste der Denkanstöße und Ideen ist nicht mehr sehr lang, aber dafür ausgewählt. Ein grobes Konzept steht auch schon, doch es ist noch nicht ganz ausgereift. Deswegen halte ich die Klappe. Natürlich wird die Fotografie nicht darunter leiden und auch deutschsprachige Vlogs sind geplant. Doch ich will nicht zu viel verraten. Wenn Dich interessiert was ich so mache, dann like meine Facebook Seite und folge mir bei YouTube. Teile auch gerne diesen Artikel, wenn er nützlich für Deine Freunde ist und freut euch auf mehr!

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