Spiegelreflex oder Systemkamera? Alle Unterschiede erklärt

Spiegelreflex oder Systemkamera? Alle Unterschiede erklärt

Die Zeit der Spiegelreflexkameras ist vorbei. Spiegellose Kameras sind die Zukunft. Warum ich mich damit gar nicht so weit aus dem Fenster lehne erfährst Du hier. Außerdem wirst Du nach dem lesen dieses Artikels wissen wo die Unterschiede zwischen Spiegelreflex und Systemkamera liegen und wieso deine nächste Kamera lieber eine DSLM sein sollte.

DSLR Bedeutung

Der Untergang von DSLR Kameras hat bereits begonnen. Wenn Du das als gewagte Aussage empfindest, dann sei offen und lies weiter, denn früher dachte man auch immer, dass eine digitale Kamera niemals die analogen Filme ersetzen wird. Doch lass uns erstmal technisch werden.

DSLR bedeutet „digital single lense reflex“. SLR Das bedeutet, dass man durch den Sucher ein Bild sieht, welches die Projektion eines Spiegels darstellt. Dieser Spiegel befindet sich in der Kamera, ausgerichtet im 45 grad Winkel.
Das D vor dem SLR bedeutet, dass das Bild digital aufgenommen wird. Das passiert immer, wenn man den Auslöser betätigt und der Spiegel kurz hochklappt und das klassisch Geräusch macht.

Bei der DSLR haben wir also diesen Spiegel, der bei einer DSLM fehlt. Schauen wir uns deswegen an, wie eine spiegellose Kamera grob funktioniert, bevor wir zu den detaillierten Unterschieden kommen.

Was ist eine Spiegellose Kamera?

Als nächstes schauen wir uns die DSLM an. DSLM bedeutet „digital single-lens mirrorless“. Es sind digitale Kameras mit Wechselobjektiven ohne Spiegel. Einen Suche braucht man trotzdem, auch wenn kein Spiel vorhanden ist. Ansonsten sieht man nicht was man fotografiert. Deswegen sind bei DSLM Kameras immer elektronische Sucher verbaut.

Was ist der Unterschied zwischen Spiegelreflex und Systemkamera?

Da wir nun herausgefunden haben, dass der prägnanteste Unterschied sich beim Spiel befindet, gehen wir nun auf weitere Unterschiede ein. Diese sieht man zwar nicht auf dem ersten Blick, sind jedoch wichtig zu wissen. Außerdem erklärt sich dadurch, wieso ich der Überzeugung bin, dass DSLR Kameras langfristig verdrängt werden.

Größe und Gewicht

Eine Systemkamera, ist aufgrund ihres fehlenden Spiegels einer DSLR überlegen. Das macht sich besonders im Gewicht und in der Größe bemerkbar. Weil der Spiegel fehlt kann die Kamera kleiner gebaut werden und wiegt außerdem weniger als eine gewöhnliche Spiegelreflexkamera.

Manueller Fokus und Autofokus

Der manuelle- sowie der Autofokus ist bei einer Systemkamera genauer. Man kann bei seinen Shoots also unbesorgt knipsen und bekommt knackig scharfe Fotos. Wo eine Spiegelreflexkamera (noch) die Nase vorn hat ist der Autofokus bei sich schnell bewegenden Objekten wie bei Autorennen oder der Sportfotografie. Als Anfänger ist das jedoch eher selten wichtig. Beim manuellem fokussieren hat die Systemkamera jedoch aufgrund des Focus Peaking gewonnen. Darüber hinaus lässt sich im dunkeln wesentlich besser fokussieren, wodurch man Zeit und Nerven spart.

Weitere Aspekte sind die Gesichtserkennung und mehr Autofokuspunkte, die eine Systemkamera hervorheben.

Elektronischer Sucher

Ein weiterer Pluspunkt für die Systemkamera ist der Bildvorschau Modus. Dieser kann nämlich bequem über den Sucher stattfinden. So braucht man die Kamera nicht einmal vom Auge entfernen und seine Fotos direkt nach der Aufnahme anschauen. Natürlich nur, wenn eine Systemkamera auch über einen Elektronischer Sucher verfügt. Das ist jedoch schon sehr weit verbreitet unter den aktuellen Modellen. Weiterhin kann man direkt im Sucher das Histogramm sehen und dadurch wissen ob das Bild korrekt belichtet ist.

Serienbilder

Serienbilder sind bei beiden Kameras gut. Allerdings nur, wenn man eine Systemkamera mit einer High-End DSRL vergleicht. Denn günstige Kameras sind dazu in der Lage schneller Fotos aufzunehmen als eine vergleichbar günstige DSRL. Deshalb geht hier bei Punkt an die Systemkameras.

Video

Auch bei der Videoqualität liegt die Systemkamera vorne. Aufgrund der Bauweise von DSLRS ist die Phasenerkennung schlechter. Das zeigt sich bei der Aufnahme in einer weniger optimalen Kontrastdarstellung. Außerdem sind bei Systemkameras häufiger bessere Aufnahmequalitäten wie 4K zum Standard geworfen, was bei DSRLS fehlt. Zusätzlich verfügen Systemakameras über Video-Autofokus, der auch zuverlässig folgt. Zum filmen und besonders zum Vloggen sind sie einer DSLR vorzuziehen.

Batterie

Ein Nachteil der Systemkameras ist allerdings die Batterie. Weil alles Elektronisch funktioniert benötigt sie auch mehr Power. Weil sich die Batterien jedoch nicht unterscheiden sind sie schneller leer. Ohne einen Ersatzakku wird man wohl nicht auskommen. Hier siegt die DSLR eindeutig.

Objektive

Ein weiterer, wichtiger Punkt sind die Objektive. Weil es DSRLs viel länger gibt, gibt es auch jede Menge Objektive dafür. Im Gegensatz zu den neuen Systemkameras ist die Auswahl also weniger beschränkt. Das bedeutet nicht, dass es für Systemkameras keine guten Objektive gibt. Es bedeutet nur, dass es weniger Auswahl gibt.

Was jedoch möglich und nicht ungewöhnlich ist ist, dass man ältere Objektive von DSLR Kameras adaptieren kann. Das kann zu einem schönen Bild führen, da ältere Objektive anders vergütet sind als neue. Gegenbenenfalls könnte jedoch der Autofokus langsamer sein.

Außenwirkung

Als Fotograf geht man durch die kleine Kamera schnell unter dem Radar durch und kann unbemerkt fotografieren. In der Gesellschaft sind Systemkameras noch nicht so bekannt. Es gilt der Aberglaube, dass eine große Kamera professionell ist. Das ist zwar alles andere als richtig, doch noch in den Köpfen drin. Du kannst mit deiner DSLM also unbemerkt fotografieren und wirst weniger beachtet.

Spiegelreflex oder Systemkamera?

Das ist eine gute Frage. Wenn ich keine DSRL hätte, dann wäre eine Systemkamera auf jeden Fall meine erste Wahl und über kurz oder lang werde ich umsteigen. Spiegellose Kameras sind die Zukunft und bereits jetzt schon in vielen Punkten einer DSRL überlegen. Solltest Du dir unsicher sein, dann greife auf jeden Fall zu einer Systemkamera. Damit machst Du alles richtig.

Abschließend fasse ich noch einmal alle Punkte zusammen warum eine Systemkamera die beste Wahl für dich ist.

Systemkamera Vorteile

  • Geringeres Gewicht
  • Geringere Größe
  • Einfacherer manueller Fokus
  • Besserer Autofokus
  • Guter Fokus im Dunkeln
  • Elektronischer Sucher
  • Live-Histogram
  • Bildvorschau
  • Schnelle Bildserie aufnehmen
  • Video Autofokus
  • Geräuschlos beim knipsen
  • Fokusdistanz wird im Sucher angezeigt
  • Viele Objektive Adaptierter
  • Effektvorschau
  • Man geht als Fotograf unter dem Radar durch
  • Zukunftssicher

Systemkamera Nachteile

  • Batterielaufzeit kurz

Die besten Systemkameras

Mit einer Systemkamera bringst Du deine Fotografie auf das nächste Level. Smartphones und Kompaktkameras sind gut praktisch, doch sind sie aufgrund ihres kleines Sensors und den fest verbauten Objektiven wenig anpassungsfähig. Damit fehlt häufig die Kontrolle beim Fotografieren, wenn man bessere Fotos machen möchte.

Eine Kamera mit Wechselobjektiven ist also das perfekte Upgrade und ich habe für dich besten Kameras herausgesucht. Keine Sorge, sie sind in der Anschaffung überschaubar und nicht schwer zu bedienen.

Die meisten spiegellosen Kameras verfügen über einen APS-C Sensor, doch einige sind mit einem etwas kleineren Micro Four Thirds Sensor ausgestattet. Wenn Du mehr darüber wissen willst, lies dir meinen Blog Artikel über Sensoren durch.

Mit spiegellosen Kameras kannst du Wechselobjektive verwenden. Zwar kommt eine neue Kamera mit einem sogenannten Kit Objektiv, doch hast Du die Möglichkeit bei Bedarf ein Upgrade durchzuführen und dadurch bessere Fotos zu machen.

Preisleistungsverhältnis

Der letzte Punkt vor den Kameras ist das Preisleistungsverhältnis. Einige Systemkameras sind günstig, andere nicht. Es gibt jedoch viele günstige Modelle, die sehr gute Fotos machen und dafür auf ein Paar mehr oder weniger sinnvolle Features verzichten. Lies dir genau durch was die folgenden Kameras haben und was nicht, damit Du dir sicher sein kannst die richtige Wahl zu treffen.

Zum Beispiel kann es sein, dass die ein oder andere Kamera keinen Sucher hat. Das wäre in meinen Augen ein Nachteil, doch fotografiert jeder Mensch anders. Außerdem haben einige Kameras eine dreh- und schwenkbares Display, was bei der Landschaftsfotografie zum Vorteil werden kann.

Ich kann dir jedoch versichern, dass die Auflösung eher unbedeutend ist. Alle der folgenden Kameras machen herausragende Fotos und solange Du damit keine Wand tapezieren möchtet, sind sie perfekt für jeden Anfänger geeignet.

Solltest Du Videos aufnehmen wollten, dann achte hier jedoch auf die Auflösung. Es macht einen Unterschied ob eine Kamera „nur“ Full HD, oder 4K aufnehmen kann.

Die folgenden Kameras sind für alle Anfänger geeignet. Ich habe sie sorgfältig ausgewählt und sie sind aktuell die besten auf dem Markt.

Die besten Systemkameras für Anfänger 2019

1. Olympus OM-D E-M10 Mark III

  • Sensor: Micro Four Thirds
  • Auflösung: 16,1 MP
  • Sucher: Elektronisch
  • Bildserie: 8,6 fps
  • Video: 4K

Die E-M10 Mark III ist das Juwel von Olympus. Der Sucher befindet sich klassischerweise oberhalb der Kamera und nimmt nicht viel Platz ein. Der Sensor ist zwar etwas kleiner als ein APS-C, aber nimmt dafür 4K Videos auf. Fotos hingegen in 16 MP, was für Anfänger völlig ausreicht. Weiterhin verfügt diese Kamera über einen schnellen Autofokus und hochwertige Wechselobjektive. Einmal in die Hand genommen fühlt sich das Gehäuse hochwertig an und auch voreingestellte Effekte sind möglich, sodass man sehr gut experimentieren und als Fotograf besser werden kann. Die Objektivauswahl ist bei Olympus übrigens überdurchschnittlich hoch und Wifi ist ebenfalls verbaut.

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2. Fujifilm X-T100

  • Sensor: APS-C
  • Auflösung: 24,4 MP
  • Sucher: Elektronisch
  • Bildserie: 6 fps
  • Video: 4K

Bei dieser Kamera stimmt das Preisleistungsverhätlnis. Für etwa 700 € bekommt man eine extrem gute, schlanke Systemkamera die eine DSLR für den selben Preis locker in die Tasche steckt. Einsteiger werden wohl keine bessere Kamera finden, wenn es um die Bildqualität steckt. 4K Video und schneller Autofokus machen diese Kamera für Hobbyfotografen und professionelle Streetfotografen zu ersten Wahl im Bereich der spiegellosen Kameras.

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3. Canon EOS M50

  • Sensor: APS-C
  • Auflösung: 24,1 MP
  • Sucher: Elektronisch
  • Bildserie: 10 fps
  • Video: 4K

Bis zum release dieser Kamera war Canon eher dürftig im Bereich der spiegellosen Kameras unterwegs. Alle günstigeren Modelle von Canon kann man vergessen, doch die M50 macht alles wieder gut. Viewfinder, 4K Video und Anfänger freundlich. Sie hat zwar keinen Vollformatsensor, aber ist dennoch eine gute Kamera mit großartigen Objektiven.

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