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In diesem Artikel geht es um das Thema Weitwinkelobjektiv. Ich werde darauf eingehen was ein Weitwinkelobjektiv ist, werde dir zeigen wofür man es normalerweise verwendet und welches das beste Weitwinkelobjektiv für dich und deine Kamera ist. Außerdem werde ich auf die Vorteile und Nachteile eingehen sowie dir ganz am Ende des Artikels Denkanstöße geben die deine Kreativität fördern werden.

Was ist ein Weitwinkelobjektiv?

Ein „Weitwinkel“ Objektiv ist jedes Objektiv mir einer kurzen Brennweite. Da der normale Brennweiten Bereich, dem unser Menschliches Auge entspricht etwa zwischen 40 – 50 mm liegt (normale Brennweite), ist jede Brennweite unter diesem Wert ein Weitwinkel.

Die Brennweite ist die Entfernung in Millimetern, beginnend ab dem optischen Zentrum deines Objektivs bis zum Film, oder Sensor, wenn dein Objektiv auf unendlich-Fokus gestellt ist.

Falls du ein Anfänger bist, wird das für dich wahrscheinlich ein ganz schöner Klopper sein und verstehst jetzt nur noch Bahnhof. Ich habe für dich deswegen diese Grafik erstellt:

brennweite-grafik

Grundsätzlich gilt, dass wenn die Brennweiter kürzer wird (weniger mm), hat man einen größeren Blickwinkel (man bekommt mehr aufs Foto). Mein Lieblings-Weitwinkelobjektiv ist das 35mm für Vollformat-Kameras. Weitere gute und gängige Brennweiten sind 24mm und das 14mm.

Falls Du einen Überblick über alle Brennweiten benötigst, findest du hier meinen Artikel über die Festbrennweiten. Dort sind alle wichtigen Grund-Informationen über die verschiedene, gängigsten Brennweiten zusammengetragen.

Warum kein Teleobjektiv?

Fotografie-Anfänger und Menschen die sich im Allgemeinen wenig mit der Fotografie auskennen finden große Objektive toll. Optisch macht es so viel her und wer das größte und längste hat, der hat das Beste! Außerdem braucht an unbedingt ein Zoom-Objektiv! Das sind so die häufigsten Annahmen von Menschen die sich nicht mit der Fotografie auskennen.

Ich sage verabschiede dich von diesen Gedanken, denn wenn du erst richtig angefangen hast zu fotografieren wirst du einfach nur bessere Fotos machen wollen. Dir wird egal sein wie deine Kamera ausschaut und Zoom wird dich nicht mehr interessieren. Zwar gibt es hervorragende Zoom-Objektive von jedem Hersteller, doch sie sind nichts ganzes. Durch die Konstruktionsweise gibt es immer Kompromisse die man mit Zoom-Objektiven eingehen muss. Deswegen rate ich immer zu einer soliden Festbrennweite.

Ein Weitwinkelobjektiv ist zwar nicht unbedingt für jeden Einsatzbereich geeignet, doch für bestimmte Arten der Fotografie ist es dafür unschlagbar.

Weitwinkelobjektiv für Landschaftsfotografie

Das Erste was einem in den Sinn kommt, wenn man an Weitwinkel denkt, ist die Landschaftsfotografie. Die Welt ist groß und man will schließlich so viel wie möglich auf sein Foto bekommen, nicht wahr?

Weitwinkelobjektive sind in der Landschaftsfotografie unschlagbar. Die Vielfalt der Farben, Strukturen und Schönheit mit einen Winkel von nahezu 180 Grad aufzunehmen sorgt für ein imposantes Bildergebnis. Wenn man einmal mit seiner eigenen Kamera ein gewaltiges Landschaftsbild aufgenommen hat, sieht man auf dem Foto mehr als mit dem bloßen Auge.

Weitwinkelobjektiv-Landschaftsfotografie
Vollformat / 35mm / f 2.0 / ISO 1600 / 30 Sek.

Weitwinkelobjektiv für Interieurfotografie

Doch Weitwinkelobjektive sind nicht nur für Landschaften gut zu gebrauchen. Auch in Gebäuden sorgen sie für genügend Luft. Man muss nicht so weit wie möglich nach hinten an die Wand stellen und trotzdem passt alles aufs Foto. In geschlossenen Räumen und auf Veranstaltungen eingesetzt sorgt ein Weitwinkelobjektiv für einen großartigen und eindeutigen Überblick.

weitwinkelobjektiv-interieurfotografie
Vollformat / 14mm / f 10 / ISO 500 / 1/60 Sek.

Verzerrung

Bei vielen günstigen oder extrem weinwinkeligen Objektiven wie einem mit 8mm Brennweite wird man mit Verzerrungen beinahe erschlagen. Das sorgt so bei der Nachbearbeitung in Lightroom für so manche Überraschung!

Weil Weitwinkel über so einen großen Blickwinkel verfügen tendieren sie dazu die Proportionen zwischen Objekten an der Rändern eines Fotos zu verzerren. Erkennbar wird das beim Foto indem sich an den Rändern eigentlich gerade Linien zu verkommen beginnen. Beim Foto oben wird das besonders deutlich. Achte auf die Decke oben links im Bild.

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten diesen Effekt abzustellen, falls man das möchte. Besonders wenn man Menschen fotografiert möchte man das Beispielsweise. Auch, wenn viele Fotografen diese Verzerrungen als Stilistisches Mittel einsetzen, mögen es die meisten nicht und wissen gar nicht, dass Verzerrungen nicht sein zwangsläufig mit der Brennweite zutun haben. Solange man sich darüber bewusst ist, dass es diese Verzerrungen gibt, kann man bewusst damit experimentieren.

Die zwei Möglichkeiten um die Verzerrungen abzustellen sind übrigens folgende:

  1. Verzerrungen nachbearbeitung in Lightroom

    • In Lightroom im Entwicklungsmodul unter Objektivkorrekturen -> Grundeinstellungen einen Haken bei „Profilkorrekturen aktivieren“sezten.
    • Im selben Modul „Upright“ auf „Auto“ stellen
    • Alternativ das Modul „Upgright“ auf „Voll“ stellen

    weitwinkelobjektiv-verzerrung-bearbeiten-lightroom

  2. Qualitativ-Hochwertiges Objektiv verwenden

  3. Lichtstarke Weitwinkelobjektive für den Profibereich weisen Verzerrungen nur minimal auf. Mein 35mm f/1.4 von Sigma ART erschafft zum Beispiel nur sehr selten Verzerrungen. Sie entstehen nur bei mehreren Personen ganz am Rand eines Fotos. Bei Landschaften konnte ich bisher noch keine Verzerrung feststellen.

Tiefenschärfe

Um die Weitwinkelfotografie zu beherrschen muss man die Tiefenschärfe verstehen. Weitwinkelobjektive verleihen einem Bild viel mehr Tiefenschärfe als eine Teleobjektiv. Das ist sehr praktisch, da auch mit offener Blende von f/1.4 noch ein sehr scharfes Landschaftsfoto aufgenommen werden kann. Sofern sich jedoch Elemente im Vordergrund befinden sind diese leicht unscharf. Folgendes Foto zeigt genau so eine Situation.Ich habe es für dich extra in Lightroom um 2 Blenden überbelichtet. Schau auf den Boden unten am Rand. Dort kann man eine leichte Unschärfe erkennen.

weitwinkelobjektiv-tiefenschärfe
Vollformat / 35mm / f 1.4 / ISO 1600 / 30 Sek.

Um den Umgang mit einem Weitwinkelobjektiv zu verstehen und zu beherrschen führt kein Weg am ausprobieren vorbei. Nur durch das Fotografieren und experimentieren mit einem Weitwinkel und anschließender Fehlersuche am eigenen Bild wird man ein wahrer Meister der Weitwinkelfotografie. Durch das Lesen allein wird man kein besserer Fotograf.

Kosten

Verglichen mit anderen Arten von Objektiven sind Weitwinkelobjektive die teuersten. Ein gutes 14mm Objektiv von Canon liegt bei etwa 2.000 €. Nikons 14mm ist jedoch etwas günstiger. Sigma unterbietet Nikons Preis noch mehr. Meine Wahl ist aktuell immer Sigma. Die Preisleistung ist unschlagbar und ich habe jedes f 1.4 Objektiv ausprobiert.

Es gibt jedoch noch günstigere Objektive, welche sich um unteren dreistelligen Preisbereich angesiedelt haben. Ich rate jedoch von so einem günstigen Objektiv ab, da die Qualität nicht sehr gut ist. Wenn du wirklich gute Fotos aufnehmen willst, solltest du um die 700 € einrechnen für ein gutes Weitwinkelobjektiv. Außerdem würde ich im Zweifelsfall eher ein gebrauchtes, hochwertiges von Ebay nehmen, als ein neues, günstiges von einem fragwürdigen Dritthersteller aus China.

Weitwinkelobjektiv Empfehlung

Meine Empfehlung für den Anfang ist ganz klar ein 35mm Objektiv (Vollformat) oder ein 30mm Objektiv (APS-C) von Sigma. Beide sind für alle gängigen DSLR Kamera-Hersteller passend. Ein 35mm Objektiv ist gut für Landschaften, Reportagen und sogar für Portraits geeignet. Es ist ein und solides Weitwinkelobjektiv ohne Kompromisse. Außerdem stimmt der Preis vergleichsweise im Weitwinkelwinkelbereich. Ich selbst verwende an meiner Pentax K-1 meistens ein 35mm f/1.4 Weitwinkelobjektiv von Sigma. Damit fotografiere ich viele Hochzeiten, Messereportagen, Landschaften im Urlaub und Enviromental-Portraits von Menschen und für Unternehmen. Ich mag zwar die Brennweite 50mm lieber, doch kein Objektiv kommt an die Auflösung, Schärfe, Dynamik, Kontrast und Verarbeitung heran. Das 35mm Objektiv von Sigma gibt es aktuell für jeden gängigen Vollformat und APS-C Kamerahersteller.

Bestes Weitwinkelobjektiv Vollformat

Meine Empfehlung für Vollformat (ein Weitwinkelobjektiv, passend für alle Kamerahersteller) – Beispielgalerie

Sigma 35 mm f/1,4 DG HSM-Objektiv (67 mm Filtergewinde) für Nikon Objektivbajonett
Bewertung 4.1 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 765,00

Bestes Weitwinkelobjektiv APS-C

Meine Empfehlung für Vollformat (ein Weitwinkelobjektiv, passend für alle Kamerahersteller) – Beispielgalerie

Sigma 30mm f1,4 DC HSM Objektiv (Filtergewinde 62mm) für Nikon Objektivbajonett
Bewertung 3.1 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 444,26

Falls dir diese Investition zu hoch sein sollte, gibt es noch weitere, gute Objektive für weniger Geld. Sie dann jedoch nicht Königsklasse. Ein paar (in meinen Augen als Berufsfotograf) Low Budget Objektive sind diese hier:

Zweitebeste Wahl – Budget Variante

Günstiges Weitwinkelobjektiv für Canon

Beispielgalerie

Canon EF 35mm Objektiv 1:2 IS USM (67 mm Filtergewinde) schwarz
Bewertung 4.4 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 479,00

günstiges Weitwinkelobjektiv für Nikon

Beispielgalerie

Nikon AF-S nikkor 35mm f/1.8G ED
Bewertung 4.7 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 512,95

günstiges Weitwinkelobjektiv für Sony

Beispielgalerie

Sony bietet leider kein Low Budget an. Das Sigma ist das beste.

Sigma 35 mm f/1,4 DG HSM-Objektiv (67 mm Filtergewinde) für Sony Objektivbajonett
Bewertung 4.1 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 734,99

günstiges Weitwinkelobjektiv für Pentax

Beispielgalerie

Pentax bietet ebenfalls kein Low Budget an. Nimm das Sigma, ich verwende es auch.

Sigma 35 mm f/1,4 DG HSM-Objektiv (67 mm Filtergewinde) für Pentax Objektivbajonett
Bewertung 4.1 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 779,00

Alles andere was unter diesem Preis für 35mm Objektive liegt kann ich nicht empfehlen, da ich es selbst nicht verwenden würde. Auch nicht geschenkt. Früher habe ich mich oft gewundert wieso meine Bilder so schlecht waren, selbst nach der Bearbeitung, die ich so aufwändig gelernt und geübt habe. Es lag einfach an meiner Ausrüstung. Irgendwann kann man fotografieren und die Bildbearbeitung geht wie von selbst. Man weiß zwar wie das Ergebnis werden soll, aber erreich es nicht. Dabei stimmt doch sonst alles.

In diesem Fall sollte man in neue und hochwertige Ausrüstung investieren. Eine Kamera mit 24 Megapixel ist heutzutage fast überall vorhanden. Die Sensoren sind genial, doch bevor ein Fotos aufgenommen wird, muss es durch das Objektiv gelangen. Wenn das Objektiv dann nicht gut ist, kann man auch nur ein weniger gutes Foto aufnehmen. Die beste Kamera bringt nichts, wenn das Objektiv schlecht ist. Deswegen lass die Finger von Zoom-Objektiven und kauf dir eine Festbrennweite. Du wirst sehen, dass es nur Vorteile mit sich bringen wird.

Falls du übrigens der Überzeugung bist, dass du unbedingt einer kleinere Brennweite brauchst, habe ich hier nochmal meine Empfehlungen aufgelistet für 24mm und 14mm Weitwinkelobjektive. Ich habe auf Preisleistung geachtet und welche ich selbst verwenden würde. Also Objektive die für mich als Berufsfotograf Sinn machen und ihren Zweck erfüllen. Gute Fotos aufnehmen.

Meine Empfehlung für ein 14mm Weitwinkelobjektiv

Beispielgalerie

Sigma 14mm F1,8 DG HSM Objektiv für Nikon schwarz
Bewertung 5.0 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 1.500,60

Meine Empfehlung für ein 24mm Weitwinkelobjektiv

Besipielgalerie

Sigma 24 mm F1,4 DG HSM Objektiv (77 mm Filtergewinde) für Canon Objektivbajonett
Bewertung 3.5 von 5.0
Mehr Infos zum ProduktEUR 724,99

Fazit

Um alles noch einmal zusammenzufassen. Ein großes, fettes Teleobjektiv ist praktisch in besonderen Situationen wie bei der Konzertfotografie. Als Fotograf sollte man dennoch dazu in der Lage sein das Gesamtbild übersichtlich aufzunehmen. Dafür braucht man ein Weitwinkelobjektiv.

Obwohl Weitwinkelobjektive häufig für die Landschaftsfotografie und Interiorfotografie verwendet werden kann man sie auch für einen gewissen Stilistischen Zweck zweckentfremden. Folgende Galerien zeigt Fotografen von denen ich weiß, dass sie sich das Fotografieren mit Weitwinkelobjektiven spezialisiert haben, die jedoch keine Landschaften fotografieren. Lass dich überraschen:

  1. Andre Josselin
  2. Tatiana Mertsalova
  3. Fedor Shmidt

Wie du siehst sind den kreativen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt und ich hoffe dich damit zu Nachdenken angeregt zu haben.

Grundsätzlich solltest du beachten, dass Weitwinkel Verzerrungen an den Bildrändern verursachen können. Um das zu vermeiden lohnt es sich in hochwertige Weitwinkelobjektive zu investieren. Außerdem gibt es zu beachten, dass die Tiefenschärfe insgesamt höher ist. Bokeh gibt es nur, wenn man ganz nah an ein Motiv herangeht. Bei Landschaftsaufnahmen ist hingegen alles scharf.

Falls dir dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich sehr über ein Kommentar unten freuen. Du kannst dort unten auch gerne deine Fragen stellen. Schreibe auch gerne dazu welches Weitwinkelobjektiv du am liebsten verwendest und welche Art der Fotografie dich begeistert. Über das Teilen meines Artikels würde ich mich sehr freuen und gerne darfst du ihn auf deiner Website verlinken. Danke für deine Aufmerksamkeit.

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