Fotograf Preise kalkulieren: Der vollständige Guide 2026

Stundensatz, Fixkosten, Steuern, Nachbearbeitung und Projektpreise — verständlich erklärt für selbstständige Fotograf:innen. Mit kostenlosem Rechner und der Photo Calculator App.

Fotograf Preise kalkulieren — Kamera, Rechner und Notizen auf dem Schreibtisch
Martin Kleinheinz
Autor
Martin Kleinheinz
Fotograf · Hannover
Aktualisiert
3. Juli 2026

Als ich angefangen habe, mich als Fotograf selbstständig zu machen, habe ich meinen Stundensatz so gewählt: Ich habe gegoogelt, was andere verlangen, habe mich irgendwo in der Mitte einsortiert und mich gut gefühlt. Drei Monate später saß ich abends am Laptop, habe Rechnungen geschrieben und gemerkt: Die Zahlen auf dem Konto passen nicht zu der Arbeit, die ich leiste. Ich war viel unterwegs, viel am Rechner — und trotzdem blieb am Monatsende weniger übrig, als ich erwartet hatte.

Das war kein Pech. Das war fehlende Kalkulation. Ich hatte nur die Stunden am Set im Kopf — nicht die Nachbearbeitung, nicht die Abschreibung der Kamera, nicht die Stunden für Angebote und E-Mails, nicht die Steuern, die einmal im Jahr als böse Überraschung kamen. Ich habe im Grunde einen Teil meiner Arbeit verschenkt, ohne es zu merken.

Genau deshalb habe ich später den Stundensatz-Rechner gebaut und die Photo Calculator App entwickelt. Nicht als Mathe-Spielzeug, sondern weil ich selbst die Antwort auf eine simple Frage brauchte: Was muss ich mindestens verlangen, damit ich davon leben kann — und nicht nur so tun, als würde ich davon leben? Dieser Artikel erklärt Dir Schritt für Schritt, wie Du zu dieser Zahl kommst. Ohne BWL-Studium. Aber mit dem Respekt, den Deine Arbeit verdient.

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Einstieg

Wo fange ich überhaupt an?

Wenn Dich Tabellen und Formeln erstmal überfordern — hier ist die Idee in normaler Sprache: Du musst wissen, was Du ein Jahr lang an Geld brauchst, um Dein Business und Dein Leben zu finanzieren. Dann musst Du ehrlich schätzen, wie viele Stunden Du tatsächlich an Kundenprojekten arbeiten kannst — nicht wie viele Du arbeitest, sondern wie viele Du verrechnen kannst. Teilst Du das erste durch das zweite, bekommst Du einen Mindest-Stundensatz. Alles andere — Tagessätze, Pauschalpreise, Pakete — baut darauf auf.

Stell Dir vor, Du brauchst im Jahr 60.000 €, um Miete, Essen, Versicherung, Equipment, Software und Steuern zu bezahlen. Und Du schaffst realistisch 1.200 Stunden, die Du einem Kunden in Rechnung stellen kannst — Shooting plus Nachbearbeitung, nicht Deine Zeit für Instagram-Posts. Dann musst Du im Schnitt 50 € pro abrechenbare Stunde verdienen, nur um break-even zu sein. Kein Urlaub extra, kein neues Objektiv, kein Puffer. Das ist die Logik. Alles, was Du darunter verlangst, musst Du woanders herholen — oder Du machst Verlust.

01
Grundsatz

Warum sich ohne Kalkulation niemand durchsetzt

Die Fotografie hat ein Preis-Problem — und es liegt selten an der Qualität der Bilder. Es liegt daran, dass viele Menschen mit einer Kamera anfangen, ohne ein Unternehmen zu führen. Sie vergleichen sich mit Hobbyisten, die am Wochenende für 80 € shooten, weil das Taschengeld reicht. Sie sehen auf Instagram „ab 150 €" und denken, das sei der Markt. Aber sie sehen nicht, ob die Person dahinter ihre Krankenversicherung einkalkuliert hat, ob die Kamera schon abgeschrieben ist oder ob nach dem Shooting noch zehn Stunden am Rechner anfallen.

Wenn Du Dich an solchen Preisen orientierst, ohne Deine eigenen Kosten zu kennen, passiert Folgendes: Du arbeitest viel, fühlst Dich beschäftigt, bist stolz auf Deine Bilder — und wunderst Dich, warum Du kein Geld übrig hast. Oder Du nimmst jeden Auftrag an, weil Du bei Deinem Satz einfach mehr Volumen brauchst, um über die Runden zu kommen. Beides führt früher oder später in die gleiche Richtung: Erschöpfung.

Eine saubere Kalkulation ist kein Gegenteil von „Kreativität" oder „Leidenschaft". Sie ist die Voraussetzung dafür, dass Du langfristig fotografieren kannst, ohne nebenbei drei andere Jobs anzunehmen. Du musst nicht jedem Kunden Deine Excel-Tabelle zeigen. Aber Du musst intern wissen, unter welchem Preis Du Geld verlierst — damit Du in Gesprächen nicht aus Unsicherheit nachgibst.

Ein niedriger Preis fühlt sich nach Freundlichkeit an. Bis Du merkst, dass Du die Differenz aus eigener Tasche zahlst.

Martin Kleinheinz
02
Formel

Die Grundformel — und was sie wirklich bedeutet

In der Theorie steht in jedem BWL-Buch ungefähr das Gleiche: Stundensatz = Gesamtkosten pro Jahr ÷ abrechenbare Stunden pro Jahr. In der Praxis heißt das: Du sammelst alles, was Du brauchst — Geschäft und privat — und teilst es durch die Zeit, die Du wirklich an bezahlten Projekten arbeiten kannst.

Der häufigste Denkfehler: Menschen sehen den Stundensatz als Lohn. „Wenn ich 80 € die Stunde verlange, verdiene ich 80 € die Stunde." Tun sie nicht. Von diesen 80 € fließt ein Teil in die Kamera-Abschreibung, ein Teil in Lightroom und Versicherung, ein Teil in Steuern, ein Teil in Deine Miete — und erst was übrig bleibt, ist Dein Einkommen. Wenn Dein kalkulierter Mindestsatz bei 65 € liegt und Du 80 € verlangst, sind die 15 € Differenz nicht automatisch „Gewinn". Sie sind Puffer für langsame Monate, Investitionen und Verhandlungsspielraum.

Deshalb unterscheide ich immer zwei Zahlen: den Mindest-Stundensatz (Kostendeckung) und den Ziel-Stundensatz (Kostendeckung plus Gewinn, Rücklagen und Luft). Wer nur den ersten kennt, überlebt vielleicht. Wer den zweiten kennt, kann wachsen.

03
Betrieb

Fixkosten — was Dein Business jeden Monat frisst

Fixkosten sind die Ausgaben, die kommen, ob Du einen Auftrag hast oder nicht. Deine Kamera wird älter, auch wenn sie im Schrank liegt. Deine Berufshaftpflicht läuft weiter. Adobe Lightroom bucht ab. Deine Website kostet Hosting. Diese Posten sind leise — sie machen keinen Lärm, wenn Du sie ignorierst. Aber sie fressen Deinen Stundensatz auf, wenn Du sie nicht einplanst.

Besonders unterschätzt wird die Abschreibung. Du hast vielleicht 4.000 € für Kamera, Objektiv und Blitz ausgegeben — bar, auf einen Schlag, „schon bezahlt". Trotzdem verliert das Equipment an Wert. Wenn die Kamera vier Jahre hält, kostet sie Dich rechnerisch jeden Monat rund 83 € — ob Du sie nutzt oder nicht. Wer das nicht in die Kalkulation schreibt, lebt von der Ersparnis der Vergangenheit, bis die nächste Anschaffung wieder wehtut.

Dazu kommen Versicherungen (Berufshaftpflicht ist keine Luxusfrage, sobald Du Geld für Aufträge nimmst), Software-Abos, Marketing (Website, Domain, vielleicht Ads), Verwaltung (Steuerberater, Buchhaltung, Telefon, Internet) und Weiterbildung. Wer ein Auto beruflich nutzt, gehört ein realistischer Anteil an Sprit und Verschleiß dazu. Wer ein Studio oder Homeoffice nutzt, einen Mietanteil. All das summiert sich schneller, als es sich anfühlt — oft 800 bis 1.500 € im Monat, bevor Du auch nur ein Bild machst.

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Projekt

Variable Kosten — was nur dieser eine Auftrag kostet

Neben den Fixkosten gibt es Ausgaben, die nur entstehen, weil ein bestimmtes Projekt stattfindet. Ein Mietstudio für ein Business-Shooting. Die Fahrt nach Hamburg. Eine Visagistin, die Du für die Kundin buchst. Blumen für ein Hochzeitsstillleben. Eine Drohne, die Du für diesen einen Job mietest, weil Du sie selbst noch nicht hast.

Diese Kosten gehören nicht in Deinen Basis-Stundensatz — denn sie treten nicht bei jedem Auftrag auf. Sie gehören in den Projektpreis, 1:1 oder mit einem kleinen Koordinationsaufschlag. Wenn Du sie vergisst, passiert Folgendes: Du freust Dich über einen „gut bezahlten" Tag, schaust auf die Rechnung — und merkst, dass 400 € Location und 200 € Fahrtkosten Deine Marge verschluckt haben.

In Angeboten solltest Du variable Kosten entweder transparent ausweisen („Location-Miete: 350 €, wird 1:1 weiterberechnet") oder pauschal einpreisen, wenn Du die Erfahrung hast („Shooting inkl. Studio bis 4 h: 890 €"). Beides ist legitim. Wichtig ist nur: Du hast sie gedacht, bevor Du den Preis nennst — nicht danach.

05
Privat

Warum Deine Miete im Stundensatz landen muss

Das ist der Punkt, an dem viele Fotograf:innen innerlich aussteigen: „Aber meine privaten Kosten gehen die Kundin doch nichts an." Doch. Wenn Du selbstständig bist, bist Du Dein eigener Arbeitgeber. Niemand zahlt Dir am Monatsende ein Gehalt, aus dem die Miete schon abgezogen ist. Wenn Dein Business 3.000 € im Monat einspielt, Du aber 2.500 € allein für Lebenshaltung brauchst, bleiben 500 € für alles andere — Equipment, Steuern, Rücklagen. Das geht nicht auf.

Im Stundensatz-Rechner heißt dieser Posten Unternehmerlohn: das Geld, das Du zum Leben brauchst, bevor Du irgendetwas zurücklegst oder investierst. Miete, Essen, Krankenversicherung, Kinder, Freizeit, Urlaub. Sei ehrlich. Nicht optimistisch. Wenn Du 3.200 € netto brauchst, um normal zu leben, schreib 3.200 € — nicht 2.500 €, weil Du „eh sparsam bist". Die Realität holt Dich ein.

Und noch etwas, das Angestellte oft vergessen: Krankheit und Urlaub sind unbezahlt. Wenn Du zwei Wochen krank liegst, kommt kein Gehalt nach. Wenn Du drei Wochen Urlaub machst, verdienst Du in der Zeit nichts — aber Deine Fixkosten laufen weiter. Deshalb rechnen seriöse Kalkulationen nicht mit 365 Arbeitstagen, sondern mit 220 bis 240 produktiven Tagen im Jahr. Der Rest ist Puffer für das echte Leben.

06
Steuern

Steuern — warum Dein Umsatz nicht Dein Einkommen ist

Viele frische Selbstständige erleben im ersten Jahr einen Schock: Sie haben „gut verdient" — und dann kommt die Steuernachzahlung. Das passiert, weil der Betrag auf der Rechnung Brutto ist. Umsatzsteuer gehört nicht Dir (wenn Du sie ausweist). Einkommensteuer wird vom Gewinn fällig — und Gewinn ist nicht dasselbe wie Umsatz.

Als Faustregel lege ich 30 bis 40 % des Brutto-Umsatzes auf ein separates Konto zurück, bis der Steuerberater die exakte Zahl sagt. Das klingt viel. Ist es auch. Aber es ist besser, als im September zu merken, dass Du das Geld längst für ein Objektiv ausgegeben hast.

Dazu kommt die Krankenversicherung als Selbstständige:r — gesetzlich oder privat, je nach Situation. Und die Rentenversicherung, die niemand für Dich einzahlt, wenn Du nicht in einem System bist, das das automatisch macht. Das sind keine abstrakten Politik-Themen. Das sind echte monatliche Beträge, die in Deinen Stundensatz gehören, wenn Du nicht mit 67 Jahren vor einem Problem sitzen willst.

07
Zeit

Die unbequeme Wahrheit über Deine Arbeitszeit

Hier scheitert die meisten Kalkulationen — nicht an den Euros, sondern an den Stunden. Du arbeitest vielleicht 45 Stunden pro Woche. Aber wie viele davon kannst Du einem Kunden in Rechnung stellen? Nicht die Stunde, in der Du Instagram-Posts planst. Nicht die E-Mail, in der Du einem Interessenten erklärst, warum Dein Preis fair ist. Nicht die Weiterbildung am Abend. Nicht die Buchhaltung.

Abrechenbar ist vor allem: Zeit am Set und Zeit an der Nachbearbeitung. In der Branche rechnet man für einen klassischen Auftragstag oft mit acht Stunden gesamt — vier am Shooting, vier an der Bildbearbeitung. Das ist keine Naturgesetz, aber ein brauchbarer Startpunkt. Wenn Du Hochzeiten machst, sind es manchmal zehn Stunden Shooting und zwanzig Stunden Nachbearbeitung. Dann musst Du Deine Preise daran anpassen — nicht an der Fantasie, dass „ein Hochzeitstag ein Tag Arbeit ist".

Wenn Du 45 Stunden pro Woche arbeitest, aber nur 25 davon an Projekten, die Geld bringen, und Du das nicht in Deiner Kalkulation berücksichtigst, halbierst Du Deinen effektiven Stundensatz. Du musst die Overhead-Zeit über die bezahlten Stunden verteilen. Das ist unfair, fühlt sich unfair an — aber es ist die Realität selbstständiger Arbeit.

08
Gewinn

Über Kostendeckung hinaus — Gewinn und Rücklagen

Kostendeckung heißt: Du überlebst. Gewinn heißt: Du kannst wachsen, Puffer bilden und nein sagen, ohne Panik zu bekommen. Wenn Dein kalkulierter Satz exakt Deine Kosten deckt, hast Du null Spielraum. Ein langsamer Monat, ein defektes Objektiv, ein Kunde, der 10 % Rabatt will — und Du bist im Minus.

Deshalb plane ich immer eine Gewinnmarge ein — oft 10 bis 20 % auf den Projektpreis. Nicht aus Gier, sondern als Puffer. Und eine Investitionsrücklage: Wenn Du in drei Jahren eine neue Kamera brauchst, musst Du jeden Monat etwas beiseitelegen — nicht erst dann sparen, wenn die alte stirbt.

Gleiches gilt für die Altersvorsorge. Als Angestellte:r zahlt jemand mit ein. Als Selbstständige:r bist Du das selbst. Wenn Du das nicht in Deinen Stundensatz schreibst, lebst Du heute von dem Geld, das Du eigentlich für später brauchst.

09
Modelle

Stundensatz intern, Pauschalpreis nach außen

Hier ein Rat, der mir viel Stress erspart hat: Kalkuliere intern in Stunden — kommuniziere nach außen in Paketen. Kund:innen wollen selten über Stundensätze diskutieren. Sie wollen wissen: „Was kostet mich das Business-Portrait?" oder „Was kostet die Hochzeit?" Wenn Du sagst „150 € pro Stunde, dauert zwei bis vier Stunden", hörst Du nur: „Also vielleicht 300 €?" Wenn Du sagst „Business-Portrait-Paket ab 490 € inkl. Bearbeitung und Nutzungsrechte für Website", klingt das nach einem Produkt — nicht nach einer Uhr.

Intern rechnest Du trotzdem: Wie viele Stunden brauche ich (Shooting + NB + Admin)? Mal Dein Mindest-Stundensatz. Plus variable Kosten. Plus Marge. Das ergibt Deinen Pauschalpreis. Wenn der Kunde nach Verhandlung fragt, weißt Du, wie weit Du runtergehen kannst — und wo es wehtut.

Tagessätze sind nur eine andere Schreibweise: Stundensatz × 6 bis 8 Stunden. Viele Event- und Hochzeitsfotograf:innen arbeiten so. Halbtags-Shootings sind oft 60 % des Tagessatzes. Alles davon sind Abkürzungen — die Formel dahinter bleibt dieselbe.

10
Nachbearbeitung

Die Arbeit, die niemand auf dem Foto sieht

Ich sage das in jedem Workshop, weil es so wichtig ist: Das Shooting ist oft die kürzere Hälfte. Du stehst zwei Stunden am Set, machst 400 Bilder — und dann sitzt Du abends, am Wochenende, noch acht bis fünfzehn Stunden am Rechner. Sortieren. Auswählen. Entwickeln. Retuschieren. Exportieren. Hochladen in die Galerie. E-Mail an die Kundin.

Wenn Du nur die zwei Stunden am Set verrechnest, arbeitest Du die restliche Zeit unbezahlt. Das ist der häufigste Grund, warum Fotograf:innen „viel arbeiten" und trotzdem wenig verdienen. Bei einem Standard-Portrait rechne ich grob zwei bis fünf Minuten pro Bild — je nach Anspruch. Bei 150 Bildern sind das schnell acht Stunden. Bei einer Hochzeit mit 600 Bildern reden wir von Tagen.

Du hast zwei Wege, das sauber zu lösen: Entweder kalkulierst Du Shooting und Nachbearbeitung zusammen in einem Stundensatz (die 8-Stunden-Regel pro Projekt-Tag macht das) — oder Du bietest Bearbeitungs-Pauschalen an („Bis 20 fertige Bilder inklusive, jedes weitere 15 €"). Beides funktioniert. Hauptsache, Du hast Dir vorher Gedanken gemacht, wie lange Du wirklich brauchst.

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Rechte

Du verkaufst keine Fotos — Du verkaufst Nutzungsrechte

Das ist rechtlich und wirtschaftlich einer der wichtigsten Punkte — und trotzdem reden viele darüber nur flüchtig. Als Fotograf:in bleibst Du in der Regel Urheber:in Deiner Bilder. Was Du verkaufst, ist das Recht, sie bestimmterweise zu nutzen — für die Website, für einen Flyer, für eine nationale Werbekampagne. Je breiter die Nutzung, desto höher der Wert. Desto höher sollte der Preis sein.

Ein Business-Portrait für die Teamseite ist etwas anderes als dasselbe Bild auf einem Plakat in zehn Städten. Ein Social-Media-Post ist etwas anderes als ein Billboard. Wenn Du beides zum gleichen Preis gibst, verschenkst Du Geld — und machst es Dir schwerer, später faire Preise zu verlangen.

Praktisch heißt das: Definiere im Angebot oder Vertrag Umfang, Dauer und Territory der Nutzung. „Nutzung für Website und LinkedIn, unbegrenzte Zeit, Deutschland" ist ein Standard, den viele verstehen. „Werbung Print + Online, 2 Jahre, DACH-Region" ist ein anderer Preis. „Buy-out — alle Rechte, alle Medien, für immer" ist wieder ein anderer — oft das Drei- bis Zehnfache des Basispreises.

12
Tool

So hilft Dir der Stundensatz-Rechner

All das hier klingt nach viel — und ist es auch, beim ersten Mal. Deshalb habe ich den Stundensatz-Rechner gebaut. Nicht als Ersatz für Nachdenken, sondern als geführtes Gespräch mit Dir selbst. Du trägst Deine Zahlen ein — Betriebskosten, privater Bedarf, Steuerrücklagen, gewünschte Projekte pro Monat — und der Rechner zeigt Dir, was am Ende rauskommt.

Besonders hilfreich finde ich das Kreisdiagramm: Du siehst auf einen Blick, wie viel Deines Stundensatzes in Kosten fließt, wie viel in Steuern, wie viel wirklich bei Dir bleibt. Wenn Du in einem Preisgespräch innerlich zögerst, weil Du „zu teuer" denkst — schau auf dieses Diagramm. Oft ist klar: Unter X € arbeitest Du definitiv unter Kosten.

Der Rechner hat drei Modi — Anfänger, Teilzeit, Vollzeit — weil die Situationen verschieden sind. Wer nebenbei fotografiert, muss vielleicht nicht den vollen Unternehmerlohn einrechnen. Wer hauptberuflich arbeitet, braucht die volle Kalkulation. Wähle ehrlich, wo Du stehst.

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App

Die Photo Calculator App — wenn Du nicht am Schreibtisch sitzt

Der Browser-Rechner ist super — wenn Du in Ruhe zu Hause planst. Aber ich kenne die Situation: Du sitzt im Auto vor dem Kundentermin. Oder am Set. Oder in der Bahn. Jemand fragt: „Was würde so ein Shooting mit Team und Location kosten?" Und Du willst nicht raten.

Dafür gibt es die [Photo Calculator App](/foto-rechner-app) — alle Rechner dieser Website in einer App, die offline funktioniert. Stundensatz, Projektpreise, und nebenbei auch die technischen Tools für Belichtung und Schärfentiefe. Einmalig 4,99 €, kein Abo, kein Account. Ich habe sie selbst entwickelt, weil ich genau diese Situation zu oft hatte.

Stundensatz-Rechner in der Photo Calculator App
Stundensatz und Projektpreise — auch ohne Laptop

Du kannst Deine Kalkulation in der App durchspielen, bevor Du ein Angebot schickst — mit den gleichen Logiken wie im Web-Rechner, aber in der Tasche. [Jetzt im App Store laden](https://apps.apple.com/de/app/foto-rechner-app/id6777495556).

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Beispiel

Ein durchgerechnetes Beispiel — Vollzeit

Theorie wird greifbar mit Zahlen. Hier ein vereinfachtes Beispiel für eine:n Vollzeit-Fotograf:in — keine Steuerberatung, nur Orientierung. Nimm die Werte als Struktur, nicht als Vorgabe.

Angenommen, die monatlichen Betriebskosten (Equipment-Abschreibung, Software, Versicherung, Marketing, Verwaltung) liegen bei 1.200 €. Der private Bedarf — Miete, Leben, Krankenversicherung — bei 3.500 €. Steuerrücklagen und weitere Puffer bei 1.500 €. Investition und Rente bei 900 €. Das sind 7.100 € pro Monat, also 85.200 € pro Jahr, die hereinkommen müssen — bevor wir von echtem Gewinn reden.

Bei 1.400 abrechenbaren Stunden im Jahr (realistisch für Vollzeit mit Urlaub, Krankheit und Admin) ergibt das: 85.200 ÷ 1.400 ≈ 61 € pro Stunde — nur Kostendeckung. Mit Gewinnmarge und Verhandlungsspielraum landest Du intern eher bei 75 bis 90 €/h. Ein Acht-Stunden-Projekttag (Shooting + NB) wäre dann 600 bis 720 € — bevor variable Kosten wie Reise oder Location dazukommen. Nach außen kommunizierst Du das als Paket: „Business-Shooting ab 650 €".

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Fehler

Fehler, die ich selbst gemacht habe

Zum Schluss die ehrlichsten Lektionen — nicht als Checkliste zum Abhaken, sondern als Warnungen aus der Praxis.

Nur die Zeit am Set verrechnen. Ich dachte lange, zwei Stunden Shooting = zwei Stunden Arbeit. Falsch. Die Nachbearbeitung hat mich mehrere Abende gekostet — unbezahlt. Wer das nicht einpreist, arbeitet halb gratis.

Equipment ignorieren, weil es „schon da ist". Die Kamera ist bezahlt — aber sie altert. Wer keine Abschreibung einplant, wundert sich, wenn die nächste Anschaffung wehtut.

Mit 365 Tagen im Jahr rechnen. Du wirst krank. Du willst Urlaub. Du wirst Tage haben, an denen Du nur E-Mails schreibst. Das gehört in die Kalkulation — sonst planst Du Utopie.

Steuern vergessen, bis sie kommen. Das Geld auf dem Konto ist nicht Deins. Ein Teil gehört dem Finanzamt. Wer das nicht zurücklegt, erlebt jedes Frühjahr einen Schock.

Konkurrenz-Preise kopieren. Die Person auf Instagram kennt vielleicht ihre Kosten auch nicht. Du kalkulierst Dein Business — nicht ihres.

Nutzungsrechte verschenken. Werbung zum Portrait-Preis ist ein Geschenk an die Kundin und ein Verlust für Dich. Breite Nutzung = breiter Preis.

Nie nachkalkulieren. Nach jedem Projekt eine Frage: Wie viele Stunden habe ich wirklich gebraucht? Was habe ich verdient pro Stunde? Nur so wirst Du besser — nicht durch noch ein YouTube-Video über Pricing.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Stundensatz als Fotograf?
Ermittle alle Jahreskosten — Betrieb, privater Lebensunterhalt, Steuern, Rücklagen — und teile sie durch die Stunden, die Du realistisch an bezahlten Projekten arbeiten kannst (Shooting plus Nachbearbeitung). Der Stundensatz-Rechner führt Dich Schritt für Schritt durch alle Felder. Die Photo Calculator App macht dasselbe offline.
Was kostet ein Fotograf pro Stunde in Deutschland?
Öffentlich siehst Du oft 100–250 €/h — das sagt wenig über die Kalkulation aus. Intern arbeiten viele Vollzeit-Fotograf:innen mit Mindestsätzen zwischen 60 und 120 €/h, bevor Marge und Sonderrechte draufkommen. Nach außen kommunizieren sie meist Pauschalpakete, weil Kund:innen Planbarkeit wollen.
Muss ich als Anfänger schon hohe Preise verlangen?
Deine Kosten existieren unabhängig von Deiner Erfahrung. Du darfst mit niedrigerer Gewinnmarge starten — aber nicht unter Kostendeckung. Erfahrung rechtfertigt höhere Preise, weil Du schneller bist und bessere Ergebnisse lieferst. Sie ersetzt aber keine Kalkulation.
Stundensatz oder Pauschalpreis — was ist besser?
Intern rechnest Du in Stunden. Nach außen verkaufst Du Pakete und Pauschalpreise — das wirkt professioneller und vermeidet die Diskussion „warum so viele Stunden?". Beides basiert auf demselben Mindest-Stundensatz.
Wo finde ich den Stundensatz-Rechner als App?
In der Photo Calculator App — App Store, einmalig 4,99 €, offline nutzbar. Mehr Infos auf foto-rechner-app.
Ersetzt der Rechner einen Steuerberater?
Nein. Der Rechner hilft Dir bei der Planung und Preisgestaltung. Für Steuererklärung, Umsatzsteuer und Rechtsform brauchst Du professionelle Beratung.
Ich habe den Stundensatz-Rechner auf dieser Website und die Photo Calculator App selbst entwickelt. Die Empfehlungen in diesem Artikel basieren auf betriebswirtschaftlicher Praxis und eigener Erfahrung — nicht auf Provisionen. Die App kostet einmalig 4,99 € im App Store.
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Aus dem Journal.

Fotograf, Martin Fernando Mera Kleinheinz · Franz-Bork-Straße 21, 30163 Hannover · 0179 4085297