Welcher PC für Bildbearbeitung ist der richtige? Theoretisch kannst Du Bilder auf jedem modernen PC mit aktuellem Prozessor bearbeiten. Das funktioniert allerdings nur einigermaßen flüssig mit einem Freeware Bildbearbeitungsprogramm wie Picasa oder Gimp. Für die Nutzung professioneller Programme wie Capture One, Lightroom oder Photoshop und die Nutzung der Adobe Creative Cloud benötigt ein Computer für Bildbearbeitung mehr Leistung. 

In diesem Artikel erhältst Du eine Antwort auf die Frage: Welcher Computer ist gut für Bildbearbeitung? Und Du erfährst, welche Anforderungen ein PC zur Bildbearbeitung erfüllen sollte, damit Dir die Bildbearbeitung genau so viel Spaß macht, wie das Fotografieren.

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Die CPU – das Rechenzentrum des PC

Die CPU ist die wahrscheinlich wichtigste Hardware-Komponente für einen PC zur Bildbearbeitung oder einen PC für Video und Bildbearbeitung. Es gibt zwei große CPU-Hersteller, die den Markt dominieren. Intel und AMD. AMD hat sich als die Multi-Core-CPU Hersteller positioniert, während Intel in der jüngsten Vergangenheit die einzelnen CPU-Kerne bereits produzierter Prozessorgenerationen schneller gemacht hat. Aus diesem Grund gelten Intel CPUs derzeit als beste Wahl. Sie sind jedoch tendenziell teurer als AMD CPUs. Zu Beginn des Jahres 2018 wurden die Intel-Chips der 8. Generation veröffentlicht. Die Wahl der optimalen CPU für Desktop PC Bildbearbeitung ist daher heute eine Wahl zwischen Intel-Chips der 8. Generation und besten Prozessoren der 7. Generation.

Es gibt jedoch zwei Probleme mit dem Angebot der siebten Generation. Der Preis ist oft höher als der der besseren 8-Gen-Prozessoren. Wichtiger ist jedoch, dass die Intel-Chips der 7. Generation eine Upgrade-Sackgasse sind. Intel hat seine Kunden verärgert, als das Unternehmen bekannt gab, dass die Motherboards, die diese CPUs verwenden, mit CPUs der 8. Generation inkompatibel sind, obwohl die Architektur fast identisch ist.

Welche CPU für Lightroom oder Photoshop?

Beide Programme basieren seit vielen Jahren auf der gleichen Software-Plattform. Die Programme müssen eine Abwärtskompatibilität und gleichzeitig einen Fortschritt bieten. Der Generationszyklus ist daher langsamer, als beispielsweise bei Gaming-Software. Dies ist ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der CPU. Die neuesten CPUs mit bis zu 16 Kernen können trotz höherer Leistung die Adobe-Software oft verlangsamen.

Der langsame Generationsentwicklung bei Adobe Lightroom und Photoshop, bedeutet, dass diese Software nicht in allen Teilen dafür ausgelegt ist, die Vorteile von Hyperthread-CPUs mit mehreren Kernen zu nutzen. Für einige spezielle Aufgaben wie das Exportieren von Bildern ist eine Vielzahl von Prozessorkernen von Vorteil, aber meistens ist die hohe Kernanzahl ein Handicap. Die kleineren Kerne arbeiten mit niedrigeren Geschwindigkeiten, um die Gesamtwärme zu reduzieren. Sie nutzen ihre schiere Menge, um die Anweisungen abzuarbeiten. Die Adobe-Software ist für wenigere, aber dafür schnellere Prozessorkerne ausgelegt. Sie scheint derzeit für etwa 4 bis 6 Kerne optimiert zu sein, die so
schnell wie möglich getaktet sind. Daher die Empfehlung:

Mindestanforderungen an die CPU

  • Intel Core i5 / i7 der 7. Generation

Empfohlene CPUs

Von diesen CPUs ist der i5-8400 wahrscheinlich die beste Standardoption. Der Intel i5-8600K ist die Performance- und Value-CPU, die bei vielen Aufgaben die besten CPUs der 7. Generation, zum Beispiel den i7-7700K übertrifft. Der hier nicht aufgeführte Intel i7-8700K ist wahrscheinlich die beste Option für Fotobearbeitungs-CPUs, die momentan erhältlich ist, ist aber deutlich teurer.

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Speicherlaufwerke – Platz für Programme und Bilder

Wenn Du einen PC für Bildbearbeitung kaufen oder einen PC für Bildbearbeitung zusammenbauen willst, achte darauf, dass ein PC für die Bildbearbeitung viel Speicherplatz benötigt. Der Speicherplatz für das PC-Betriebssystem und die Bildbearbeitungs- oder Videoschnittsoftware sollte dabei vom Festplattenspeicher für die Bilder getrennt gehalten werden. Ein PC für die Bildbearbeitung benötigt daher mindestens zwei Speicherlaufwerke.

Zur Auswahl stehen HDD und SSD Festplattenspeicher. Der Unterschied zwischen HDD (Hard Disk Drive) und SSD (Solid State Disk) besteht in der Speichertechnik. Bei HDDs werden Daten auf rotierenden, magnetisierbaren Scheiben gespeichert. Bei SSDs erfolgt sie Speicherung in nicht flüchtigen Arrays wie bei einer Speicherkarte. HDDs sind daher lauter und langsamer als SSD. SSDs können Daten wesentlich schneller speichern und wieder auslesen. Sie bieten zudem einen erheblichen Geschwindigkeitsvorteil beim Booten eines PCs. HDDs sind dafür preiswerter und optimal zum Speichern von großen Bilddateien und zum Archivieren von Bildern.

Empfohlene Festplattenspeicher

  • 500 GB SSD für Betriebssystem, Lightroom / Photoshop Cache, Vorschau und Katalog
  • 2 – 4 TB HDD für das Speichern der Bilder

Alternative Konfiguration

Wenn Platz zum Archivieren von Bildern benötigt wird, ist eine externe HDD ab 2 TB empfehlenswert, die nur bei Bedarf an den PC angeschlossen wird.

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Arbeitsspeicher (RAM) – je mehr umso besser

Adobe empfiehlt zum Ausführen der Programmen Adobe Photoshop CL 2018 und Lightroom Classic CC in der Adobe Creative Cloud einen Arbeitsspeicher mit einer Größe von mindestens 16 GB. Ähnliches gilt für Programme wie Capture One. Der Arbeitsspeicher oder RAM (Random Access Memory) wird von der CPU genutzt, um bei Berechnungen Daten und Programmbefehle zwischen zu speichern.

Je rechenintensiver eine Anwendung ist, um so größer sollte der Arbeitsspeicher sein. Insbesondere beim Scrollen großer Bilder, bei der Neuberechnung der Bildgröße oder beim Rendern von Videos benötigt die CPU einen möglichst großen Arbeitsspeicher. Hinzu kommt der Arbeitsspeicher, der vom Betriebssystem benötigt wird. Ist der Arbeitsspeicher zu klein bemessen, wird die Bearbeitung wesentlich langsamer oder kann nicht durchgeführt werden. Ebenfalls wichtig ist die Taktfrequenz der Speicherchips. Je höher, um so besser ist Leistung.

Mindestspezifikation für den Arbeitsspeicher

Empfohlene Spezifikation für den Arbeitsspeicher

Über weniger als 8 GB Arbeitsspeicher sollte ein Computer für Bildbearbeitung nicht verfügen.

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Grafikkarte für Bildbearbeitung

Welcher PC für Bildbearbeitung geeignet ist, ist zu einem großen Teil davon angängig, was Du alles mit dem PC machen willst. Das Spielen aktueller Videospiele und das Bearbeiten von Videos in Adobe Premiere Pro oder Final Cut Pro X erfordern High-End-Grafikkarten. Die neuesten Versionen von Photoshop CC und Lightroom Classic CC können im Gegensatz zu früheren Versionen ebenfalls von einem schnellen Grafikprozessor profitieren. Wichtig ist, dass die Grafikkarte hochauflösende Monitore richtig ansteuern kann.

Wenn Du nur an der Bearbeitung von Fotos interessiert bist, reicht eine günstige Grafikkarte wie die Nvidia GTX 1050. Eine dedizierte Grafikkarte für die Bildbearbeitung mit Lightroom Classic CC/Lightroom 6 sollte entsprechend den Empfehlungen von Adobe über mindestens 1 GB, besser 2 oder 4 GB VRAM verfügen. Die Grafikkarten müssen zudem DirectX 12 oder OpenGL 3.3 unterstützen. Wenn Du hochauflösende 4K- oder 5K-Monitore nutzt, sind mindestens 4 GB VRAM empfehlenswert.

Basis Grafikkarten

Empfohlene Grafikkarten

High-End Grafikkarten für Computer Bildbearbeitung und Video

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Monitore für Computer Bildbearbeitung

Ein Monitor sollte in der Lage sein, Bilder auf dem Bildschirm unverfälscht darzustellen. Ein weniger genauer Monitor kann das Originalbild nicht so darstellen, wie Du es aufgenommen hast. Bei einem Monitor mit Farblimit sind die Bilder, die Du bearbeitest, in Bezug auf die Farbe nicht wirklich die Bilder, die Du aufgenommen hast. Daher kann die Bildbearbeitung dazu führen, dass das, was Du eigentlich korrigieren möchtest, schlechter wird.

Gute Monitore für PC Fotoarbeiten bieten eine Vielzahl von farbverbessernden Technologien und Funktionen. Bei der Auswahl eines Monitors für PC für Bildbearbeitung ist es das Ziel, die Genauigkeit der auf dem Bildschirm angezeigten Bilder zu maximieren. Mehrere Hauptmerkmale beeinflussen Farbe, Leistung und Bildqualität. Diese sind unter anderem:

  • Bildschirmauflösung
  • Unterstützung sRGB / Adobe RGB Farbräume Gamma Voreinstellungen
  • Niedriges Delta E
  • Matte Bildschirmoberfläche Hardwarekalibrierung

Wenn das Budget begrenzt ist, ist ein preiswerter Eizo mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel eine gute Wahl. Monitore mit UHD oder 4K-Auflösung bieten eine Auflösung von 2560 x 1440 bis 3840 x 2160 Pixel, sind aber noch deutlich teurer. Ein Full HD Monitor sollte eine Bildschirmdiagonale von mindestens 27 Zoll besitzen, um die Auflösung wirklich nutzen zu können. Für höhere Auflösungen sind Monitore mit mindesten 32 Zoll Diagonale
empfehlenswert. Optimal für die Bildverarbeitung sind hintergrundbeleuchteten LED-Bildschirm mit IPS, AHVA oder PLS Technologie. Mindestauflösung und Größe für Monitore Full HD 1920 x 1080 Pixel mit 27 Zoll Bildschirmdiagonale. Der beste Monitor für die Bildbearbeitung ist jedoch immer ein solider Eizo. Damit macht man alles richtig.

Empfohlene Auflösung und Größe für Monitore

  • UHD / 4K mit 32 Zoll Bildschirmdiagonale
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Was der PC sonst noch braucht

Damit Du den Rechner für Bildbearbeitung wirklich nutzen kannst, brauchst Du natürlich eine Maus und eine Tastatur. Nimm grundsätzlich das, was dir am besten gefällt und womit Du dich am wohlsten fühlst. Eine gute Maus die in deine Hand passt, ist sehr viel wert. Der Preis spielt dabei eher die zweite Geige.

Alternativ haben sich zum Bilder bearbeiten auch Tablets bewährt. Das ist jedoch ein ebenfalls sehr umfangreiches Thema. Wenn es dich interessiert, dann schreibe deine Frage dazu unten in die Kommentare.

Praktisch ist auch ein USB-Kartenleser, der die Speicherkarten Deiner Kamera lesen kann. Mit einem Kartenleser musst Du die Kamera nicht jedes Mal an den PC anschließen, um die Bilder auf dem Computer zu speichern. Für Kartenleser, LAN, externe Festplatten oder WLAN-Sticks benötigt der PC 4 bis 6 USB 3.0 oder 3.1 Ports und einen Netzwerkanschluss (LAN).

PC für Bildbearbeitung zusammenbauen oder kaufen?

Während der Aufbau eines Computers etwas zeitaufwendig sein kann, ist es kein sehr komplizierter und technisch anspruchsvoller Prozess. Es gibt viele einfache Videotutorials auf YouTube, die Dir anschaulich zeigen, wie Du einen PC für Video und Bildbearbeitung zusammenbauen kannst. Der Aufbau eines eigenen Computers hat viele Vorteile. Du kannst den Desktop PC Bildbearbeitung leichter an Deine Wünsche anpassen. Je nach Ausstattung sind Einsparungen von mehreren Hundert Euro möglich. Und, wenn Du Dich mit der Technik etwas auskennst, kannst Du den Rechner für Bildbearbeitung in Zukunft mit neuen Komponenten selbst aktualisieren. So hast Du immer einen schnellen PC für Bildbearbeitung auf dem neuesten Stand der Technik.

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PC für Bildbearbeitung kaufen

Die Antwort auf die Frage, welcher Computer ist gut für Bildbearbeitung ist letztendlich von Deinen Anforderungen abhängig. Wenn Du einen PC für Bildbearbeitung kaufen willst, um gelegentlich Bilder zu bearbeiten, oder wenn Dein Budget begrenzt ist, reicht sicherlich ein PC mit den in diesem Ratgeber empfohlenen Mindestkonfigurationen.

Für professionelle, zügige Arbeiten mit vielen Bildern ist ein PC mit höherer Leistung bei CPU und Arbeitsspeicher, mit mehreren großen und schnellen SSDs und einem hochauflösendem 4 oder 5 K Monitor mit 32 Zoll Diagonale die besser Wahl.

Laptop für Bildbearbeitung kaufen

Falls Du außerdem ein mobiles Gerät benötigst, empfehle ich immer ein MacBook. Sie laufen Jahre, sind zuverlässig und solide.

Der Preis ist zwar etwas höher als bei einem „normalen“ Laptop, doch hat sich Appel für mich die letzten Jahre auf vielen Fotoreisen bewährt.

Danke für das Lesen dieses Artikels. Wenn er dir gefallen hat, oder Du weitere Fragen hast, dann stelle sie unten in den Kommentaren. Alternativ kannst Du auch gerne diesen Artikel mit deinen Freunden über Social Media teilen.

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