Lightroom oder Photoshop? Berufsfotograf zeigt die Unterschiede!

Lightroom oder Photoshop? Diese Frage stellt jeder Anfängerfotograf. Als Berufsfotograf weiß ich bereits welches Programm für welchen Zweck verwendet wird. Deswegen kläre ich dich mit diesem Artikel darüber auf, welches Adobe Tool das beste für die Fotobearbeitung ist.

Lightroom oder Photoshop?

Lightroom und Photoshop sind beides großartige Programme von Entwickler Adobe. Beide Apps könnten für sich allein stehen, doch verfügen sie jeweils über wichtige Funktionen, über die das andere Programm nicht verfügt. Wenn man jedoch die Unterschied kennt, wird einem schnell klar, dass man häufig tatsächlich beide Programme benötigt. Deshalb bietet Adobe auch beide Programme zusammen im Abo, statt einzeln an. Einzeln wirst du sie nur auf Amazon* finden. Das Abo findest du jedoch direkt bei Adobe*.

Der wesentliche Unterschied

Lightroom = Stapelverarbeitung / Organisation

Lightroom ist für eine Stapelverarbeitung und den ersten Schritt in der Nachbearbeitung besser geeignet.

Den ersten Schritt, weil Lightroom optimal dafür geeignet ist Bilder auszusortieren und zu bewerten. Man hat bekommt einen guten Überblick all seiner, auf einem Fotoshooting aufgenommenen, importierten Fotos. Der Funktionsumfang ist dabei zwar schlank aber wesentlich auf das Sortieren und grobe Bearbeiten von Fotos ausgelegt. Außerdem fällt es durch Lightroom einfacher seine Fotos kategorisch zu archivieren.

Photoshop = Bildbearbeitung / Erstellung

Photoshop kommt im zweiten Schritt zur Anwendung, wenn die Nachbearbeitung tief ins Details gehen soll.

Für einzelne Fotos, die aufwändig retuschiert werden sollen, ist Photoshop die richtige Wahl. Die dafür notwendigen Werkzeuge sind nur in Photoshop und nicht in Lightroom vorhanden. Dafür fehlt Photoshop die Stapelverarbeitungsfunktion.

Weil Adobe Marktführer in Sachen Bildbearbeitungsprogrammen ist, weiß der Entwickler um diesen Umstand. Deshalb ist es problemlos möglich per Rechtsklick in Lightroom das ausgewählte Foto direkt, mit allen Anpassungen in Photoshop weiterzuentwickeln, beziehungsweise intensiv, mit umfangreicheren Werkzeugen weiter zu bearbeiten.

Außerdem werden Adobe CC Abo viele Tutorials direkt im Programm kostenlos angeboten. So kann jeder Anfänger eine steile Lernkurve erfahren, ohne lange auf YouTube nach Tutorials oder im Internet nach bezahlten Workshops suchen zu müssen.

Die Vorteile auf einen Blick

Lightroom kommt für die Stapelverarbeitung eher infrage als Photoshop. Dafür ist Photoshop besser für eine intensive Bildbearbeitung geeignet. Beide Programme ermöglichen eine barrierefreie Zusammenarbeit und führen dadurch zu einem flüssigen Workflow.

Im folgenden Liste auf, welche wichtigen Funktionen und Möglichkeiten die beiden Programme jeweils ermöglichen. Die beiden Listen müssen nicht vollständig sein, sind dafür aber korrekt, weil ich beide Programme seit Jahren ausschließlich für meine Bildbearbeitung verwende.

Lightroom Benutzeroberfläche (Klick aufs Bild für Full HD Auflösung) Model: Adonis

Lightroom Funktionen:

  • Deine Fotos katalogisieren, verschlagworten und ordnen
  • Deine Fotos aus dem Program heraus im Internet veröffentlichen
  • Meta-Daten deiner Fotos auslesen und verändern (auch Getotagging)
  • Histogramm anzeigen lassen
  • Grundlegende Belichtungseinstellungen (inkl. Weißabgleich und Gradiationskurven)
  • Grundlegende Farbanpassungen und Colorgrading
  • Grundlegende Detailbearbeitung wie Nachschärfungen, Rauschreduzierung und Glättung
  • Objektivkorrekturen und Transformierungen mit einem Klick
  • Die beiden Effekte Vignette und Körnung hinzufügen
  • Bereiche Kopieren, Stempeln und Pinseln (bspw. Sensorflecken oder Fussel entfernen)
  • Rote-Augen-Korrektur
  • Ausgewählte Bereiche maskieren und mit Verlaufsebenen überlagern (bspw. Bereiche abdunkeln, aufhellen oder nachschärfen)
  • Filter / Presets erstellen und per Mausklick auf ein- oder mehrere Fotos anwenden
  • Fotobücher und Magazine erstellen und per Schnittstelle direkt publishen oder drucken lassen.
  • Diashows mit Soundtrack erstellen
  • Fotos optimal für den Druck vorbereiten
  • Fotos optimal für das Web konvertieren und exportieren
  • einzelne, bearbeitete Fotos per Mausklick in Photoshop öffnen
  • Verlustfreie Bearbeitung, da die Originaldatei nicht sofort überschrieben wird und man dafür ausdrücklich bestätigen muss, sodass im Zweifelsfall immer ein Backup vorhanden ist.

Photoshop Benutzeroberfläche (Klick aufs Bild für Full HD Auflösung)

Photoshop Funktionen:

  • Farbprofile professionell anpassen, um für print oder web zu optimieren
  • Ebenen erstellen, maskieren, verschieben (und verlustfrei arbeiten
  • Ebeneneinstellungen für jede Ebene einzeln festlegbar (bspw. Schlagschatten auf Textebene erstellen)
  • Zahlreiche und umfangreiche Effekte mit einem Klick anwenden
  • Aktionen, wie Frequenztrennung oder Dodge & Burn erstellen, speichern und mit einem Klick erneut anwenden
  • Aufwändige Arbeiten wie Beauty-Retuschen in kurzer Zeit durch bspw. Frequenztrennung
  • Fotomontagen erstellen (mehrere Bilder zusammenfügen / Himmel austauschen, Objekte und Personen austauschen, etc.)
  • Die Möglichkeit mit Licht und Farben zu malen (bspw. Dodge & Burn oder neue Lichtquellen und Lichtfarben künstlich hinzufügen)
  • Zahlreiche Werkzeuge für 3D, Fotografie, Malerei, Grafik und Web (insbesondere Textebenen), Bewegung stehen zur Auswahl
  • Maßgenaues Arbeiten durch Lineale und individuell festlegbare Maße (bspw. Pixel oder Zentimeter)
  • Freistellen von Personen & Objekten
  • Erstellen von Formen, wie unter anderem Linien, Kreise, Dreiecke
  • Präzise und teilweise automatische Auswahl durch KI von Motiven und Formen, wie Menschen oder Himmel
  • Erstellung von Animationen möglich (.gif)
  • Export der finalen Fotos in fast allen gängigen Format (.webp aktuell nur mit Plugin möglich) und mit der Möglichkeit für jeden sinnvollen Einsatzzweck optimiert zu werden.

Photoshop vs. Lightroom – Es ist kein Wettbewerb

Meiner Meinung nach als Berufsfotograf ist, dass keins der beiden Programme besser ist als das Andere. Solltest du die Listen oben gelesen haben, denkst sicherlich genau so. Wie bei Kameras und Objektiven, ist eine pauschale Antwort, a la „das ist das Beste“ unhaltbar und würde nur von einem Idioten gegeben werden.

Lightroom und Photoshop sind beides wunderbare Programme, die alleinstehend nicht perfekt sind. Jedes ist für eine andere Aufgabe gemacht worden. Deswegen werden sie von Adobe auch nur noch zusammen in der Adobe CC Edition* angeboten.

Beide Programm sind nicht ausreichend, um einem Fotografen alle Möglichkeiten zu geben und sein Potenzial voll auszuschöpfen. Lightroom ist gut für die anfängliche Aussortierung der Fotos, die während eines Shootings gemacht wurden sowie für grundlegende Nachbearbeitungen. Photoshop hingegen ist der zweite Schritt, wenn man die aussortierten Fotos aufwändig finalisieren möchte.

Es gibt also kein „bestes“ Programm. Nur zusammen sind beide Programm ausreichend für einen ambitionierten Fotografen.

Fazit

Wer spätestens als Hobbyfotograf auf das nächste Level aufsteigen möchte wird um Lightroom und Photoshop* (Amazon) nicht drum herum kommen. Berufsfotografen stehen selbstverständlich außer Frage, denn ohne geht gar nichts.

Gut, dass es von Adobe die sogenannten Creative Cloud gibt. Adobe bietet mittlerweile als Angebot die Adobe CC für Fotografen an. Darin sind für schmales Geld auf monatlicher Basis* (Direkt bei Adobe) beide Programme im Bundle enthalten. Außerdem gibt es Rabatte für Studenten und regelmäßig neue Updates. Darüber hinaus ist es aufgrund der Cloud möglich seine Fotos im Internet zu speichern und von überall darauf zugreifen und teilen zu können.

6 Gedanken zu „Lightroom oder Photoshop? Berufsfotograf zeigt die Unterschiede!“

  1. Hallo Martin.
    Vielen Dank für Deinen Artikel. Leider bin ich noch nicht so richtig schlau draus geworden. Ich bewege mich in der Sportfotografie (Judo). Bin durch meine Kinder dazu gekommen und möchte es nun auch für die anderen Vereinsmitglieder machen, damit sie die Fotos auf die Webseite stellen können. Als Ausrüstung steht mir eine Nikon D7000 mit ein paar Objektiven zur Verfügung.

    • Hallo Sascha.
      Sollte gut funktionieren. Wobei die ISO glaube ich ab 1600 aufwärts rauschen verursacht. Eventuell solltest du darüber nachdenken eine neue Kamera zu kaufen.
      Viele Grüße!
      Martin

Kommentare sind geschlossen.

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